Inhaltsverzeichnis:

1. Am Rande der Straße - Die Historie des russischen Soldatenfriedhofes in Dietkirchen aus dem 1. Weltkrieg 1914 – 1918.

2. „Die Schlacht bei Diez und Limburg“, September 1796

3. "Gruß aus Oranienstein" - Vergessene Töne wieder auferstanden - Notenfund erinnert an die Oraniensteiner Kadetten

4. Diez, die Garnisonsstadt seit Jahrhunderten


 

 

 

Am Rande der Straße

 Die Historie des russischen Soldatenfriedhofes in Dietkirchen

aus dem 1. Weltkrieg 1914 – 1918.


Der „Russen“ - Friedhof Dietkirchen gehört zu einem Kriegsgefangenenlager, das Ende 1914 zu beiden Seiten der Straße, die von Dietkirchen nach Limburg führt, oberhalb des Bildstockes am Ende des Dorfes, der noch heute dort steht, für etwa 10 000 - 12 000 gefangene Soldaten eingerichtet worden war. 

Gegen Ende Dezember 1914 waren bereits 3 000 Gefangene, meist Franzosen, Iren und Engländer, später aber auch russische und auch polnische Soldaten in den Baracken des Lagers untergebracht.

Bewacht wurde das Lager von deutschen Soldaten ( Landsturm ) des 18. und 8. Armeekorps. Auf der linken Seite der Straße von Dietkirchen nach Limburg lag das Gefangenenlazarett mit acht Krankenbaracken, einer Todesbaracke und dem Friedhof.

Die Gefangenen wurden im Limburger Bahnhof aus den Zügen ausgeladen und mussten dann zu Fuß nach Dietkirchen laufen, meist begleitet von der Limburger und Dietkirchener Bevölkerung. Die verwundeten Gefangenen wurden vom Bahnhof Limburg mit eisenbereiften Bauernwagen auf Stroh liegend in das Lagerlazarett gebracht.  Und da die „Straßen“ und Wege nach Dietkirchen damals in einem katastrophalen Zustand waren, man kannte ja nur Kopfsteinpflaster, war die Fahrt, vor allem für die Schwerverwundeten, eine einzige Tortur.

Im Lager war rechts der Straße der Kohlenlagerplatz, der Appellplatz und das eigentliche Gefangenenlager. Aber auch eine Entlausungsstation gab es.

Alles war in Barackenweise gebaut und durch Zäune in einzelne Lagerbereiche eingeteilt.  In einer Baracke lebten 20 - 50 Gefangene. Sie hatten nur einfache Betten mit Strohmatratzen, teilweise schliefen sie aber auch in Hängematten. 

Schränke gab es nicht, nur offene Wandregale. Geheizt wurde mit Kanonenöfen, die in der Zimmermitte standen.

Auf dem Lagerfriedhof, der am Anfang weder umzäunt, noch irgendwie als Friedhof erkennbar war, wurde am 23. Dezember 1914 mit militärischen Ehren unter der Teilnahme des Dietkirchener Kriegervereins der erste Tote des Lagers, ein Irländer, Fredrick Reilly ( geb. 24. 08. 1864; gest. 20. 12. 1914 ), bestattet.

Ein großes Gefolge nahm an der Beerdigung teil. Deutsche Veteranen in Frack und Zylinder trugen die Reichsflagge und eine Blaskapelle spielte das Lied: „Ich hat` einen Kameraden“.

Im Mai 1915 betrug die Zahl der Kriegsgefangenen bereits 12 000.

Die Gefangenen wurden bei allen anfallenden Arbeiten eingesetzt.  So zum Beispiel bei Bauern in der Landwirtschaft, in Betrieben der umliegenden Orte und auch in Limburg, auf dem Bau oder in den Steinbrüchen rings um Dietkirchen, so dass das Lager tagsüber meist „ausgestorben“ war.

„Schmalhans“ war im Lager, vor allem in den letzten Jahren des Krieges, „Küchenmeister“, so dass am Tagende beim Rückmarsch in das Lager sich nicht selten die Gefangenen auf, am Straßenrand liegende Dickrüben stürzten.

Aber auch die Lagerwachmannschaft litt Hunger.

„Organisieren“ von Lebensmitteln aller Art, vor allem in den letzten Kriegsjahren gehörte auch zu „ihrem Dienst“. Auch bei den Einwohnern von Dietkirchen wurde „organisiert“.

Im August 1916 wurde der bisherige einfache Lagerfriedhof als Militärfriedhof ausgebaut. Jedes Grab war mit einem Kreuze geziert, auf welchem der Name des Entschlafenen stand. Die Gräber waren in drei Reihen angelegt. Je 10 Gräber bildeten eine Einheit. Am 25. Mai 1917 ( Pfingsten ) wurde für die auf dem Friedhof liegenden Iren ein 3 m hohes und 1,60 m breites „irisches Hochkreuz“ errichtet auf dem die Namen der verstorbenen Gefangenen eingeschlagen wurden. Dieses Gedenkkreuz erinnert auch an die irischen Soldaten, die 1915 / 1916 an anderen Orten in Deutschland verstorben und auch dort begraben waren.  Hochkreuze dieser Art gibt es grundsätzlich nur in Irland und sind außerhalb der Insel sehr selten zu finden. Man kann sogar sagen, außerhalb Irlands sind sie eine ausgesprochene Rarität.  Irische Hochkreuze sind glanzvolle Musterbeispiele archetypischer, keltischer Kunst und Architektur. Die Hochzeit der Hochkreuze war das 9. und 10. Jahrhundert, die Hochblüte der Christianisierung Irlands. Sie sind meist aus Granit, manchmal auch aus Basalt oder Sandstein und haben eine Höhe zwischen 3 m und 4 m, manchmal aber auch mehr. In den Stein sind meist Bibelszenen oder Inschriften als filigrane Dekoration eingemeißelt.

Nach Aussage ( 1998 ) des Limburger Domrestaurators Josef Weimer, ist diese Kreuz einmalig schön und seine Art in unseren „Breiten“ kaum noch einmal zu finden. Nach Aussage der Limburger Denkmalschutzbehörde sollte es 2003 restauriert werden. Aus dieser Aussage wurde jedoch nichts. Daher beschloss die Gemeinde Dietkirchen eigene Initiativen zu ergreifen ( siehe weiter unten ).

Weniger Anklang fand das am 03. August 1918 eingeweihte französische Denkmal, das der im Lager internierte französische Bildhauer, Eduard Colomo, angefertigt hatte. Es zeigte eine, auf einem hohen Sockel stehende, nackte männliche Figur, die den Blick und die rechte Hand in den Himmel richtet.  1959 wurde das nicht mehr restaurierungsfähige französische Denkmal entfernt und für die russischen ( sowjetischen ) Soldaten durch die Stadt Limburg ein Gedenkstein aufgestellt.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Friedhof beigesetzt ( die bekannten Angaben sind jedoch ungenau ): 334 ( 336 ) Russen ( später 7 00 Russen ), 123 ( 127 ) Franzosen, 59 ( 60 ) Italiener, 47 Engländer, 45 Iren, 7 Serben, 1 ( 2 ) Belgier und 1 Rumäne.

Nach dem Kriege wurde das Lager aufgelöst, die Baracken abgerissen.  Das Material holte sich die Bevölkerung.

Der Friedhof blieb Ruhestätte der in der Gefangenschaft verstorbenen Gefangenen. Keiner der Freigelassenen blieb hier, nur diese Toten.

1923 wurden die verstorbenen Franzosen, Iren, Italiener und die Belgier exhumiert und teilweise in ihre Heimat oder auf größere Kriegsgräberstätten in Deutschland, z. B. Kassel - Niederzwehren übergeführt, hier hauptsächlich die Iren, während die russischen ( sowjetischen ) Soldaten auf dem Friedhof verblieben. Russland ( Sowjetunion ) wollte sie nicht. Auf diese Tatsache ist zurückzuführen, dass die Kriegsgräberstätte im Volksmund auch „Russenfriedhof“ genannt wird.

Auf dem Friedhof, gleich rechts wenn man den Friedhofseingang passiert hat, liegt jedoch noch ein Franzose,  Capitaine    (Hauptmann ) Louis – Eugene – Alexandre Hasne, von der 3. Kompanie, des 2. Bataillons, des 319. Regiment der Infanterie, begraben. Geboren ist er am 30. März 1891 in Cherbourg ( Manche ), gestorben ist er am 16. 06. 1918 im Lager Dietkirchen.

Nach der Beendigung des 1. Weltkrieges, bis etwa 1920, diente das Lager als Entlassungsdienststelle für die deutschen Soldaten, die aus der alliierten Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurückkehrten. 

Während des 2. Weltkrieges wurde der Friedhof teilweise wieder neu genutzt.

Aus dem Stammlager XII ( STALAG ) in Freiendiez ( heute Freiherr - vom - Stein - Kaserne ) wurden zwischen 1942 und 1945 247 russische Kriegsgefangene auf dem „Russenfriedhof“ beigesetzt. 

Einige von diesen Russen kamen bei dem Bombenangriff am 23. Dezember 1944 ums Leben, als amerikanische Bomberverbände irrtümlich das Lager bombardierten, weil ein starker Ostwind die gesetzten Markierungszeichen  (Christbäume ) in Richtung Diez getrieben hatte. 

Anfang der 60er Jahre verschönerten Jugendliche des Limburger Kreisjugendringes unter der Leitung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. den Friedhof.

Am 21. Oktober 1954 wurden 3 Russen, die in der Gemeinde Oberweyer aus Feldgräbern exhumiert wurden, auf dem Dietkirchener Soldatenfriedhof beigesetzt.  Diese 3 Russen wurden im Frühjahr 1945 als Kriegsgefangene von einer SS - Einheit erschossen und von dem damaligen Bürgermeister aus Oberweyer und zwei Gehilfen am Ort der Erschießung beigesetzt, weil der damalige Ortspfarrer eine Beerdigung auf dem Ortsfriedhof abgelehnt hatte.

1972 gestaltete der Dietkirchener Verschönerungsverein den Friedhof neu.  Bäume wurden gepflanzt, Bänke aufgestellt und eine Schutzhütte gebaut, die jedoch bald einem Rowdytum zum Opfer fiel ( Brandstiftung ).

1984 wurde durch Soldaten des Nachschubkommando 3, Diez, Freiherr - vom - Stein - Kaserne, der Friedhof erneut instandgesetzt und verschönert.

Im April 1990 wurde der Friedhof erneut verwüstet.  Grabschalen wurden zerbrochen und Grabkreuze umgeworfen.  Und im Oktober / November 1991 wurden noch einmal 7 Grabkreuze zerstört. 

Der letzte, größere Verschönerungseinsatz fand am 12. 06. und 13. 06. 1998 durch die Reservistenkameradschaft Limburg statt.

( Im Laufe der letzten Jahre ist eine umfangreiche Dokumentation entstanden. Diese besteht aus etwa 40 Seiten, vielen Bildern, Presseberichten und schriftlichen Anmerkungen )

Trotz vieler Bemühungen bei den verschiedensten Stellen, so z. B. beim russischen Botschafter in Berlin, ist es bisher nicht gelungen Namen von russischen Soldaten, die auf dem Friedhof liegen, zu ermitteln.

Mit Schreiben vom 17. Juli 2002 an Oberstabsfeldwebel a. D. Franz Prox, Diez, versprach der Hessische Ministerpräsident, Roland Koch persönlich sich dafür einzusetzen, das dass Keltische Hochkreuz im Jahre 2003 restauriert wird. Leider wurde aus dem Versprechen nichts und auch bei anderen Leuten die mich in meinem Bemühen, das Kreuz irgendwie restaurieren zu lassen  unterstützen wollten, blieb es bis Oktober 2003 beim "Wollen".

Erst seit November bekommt der Friedhof aus den eigenen Reihen eine starke "Lobby".

Die Gemeinde Dietkirchen mit und durch ihre Vereine ist bestrebt, vor allem für das Kreuz etwas zu tun. Viele seiner Bewohner haben erkannt, was sie für einen Schatz in ihrer Gemarkung haben.

Es wurde unter der Führung des Ortsvorstehers, Herr Bernhard Eufinger, ein Festkomitee ins Leben gerufen in das sich Dietkirchener Vereine und andere Personen eingebracht haben.

Auf ihre Initiative hin fand am 09. und 10. Juli 2004 in Dietkirchen ein Benefizfestival statt auf dem mehrere Bands, die  sich der irische Musik verschrieben haben, ohne Gage gespielt haben. Der Reinerlös kommt der Restaurierung des Kreuzes zugute.

Bei diesem Benefizfestival kamen, mit Spenden, ca. 10 000.- € zusammen.

 Im Sommer 2005 wurde die "Geschichte" des Kreuzes in einer irischen Reservistenbroschüre, " The irish Sword" bekannt gemacht.

Im April 2006 wurde diese Broschüre an den Ortsvorsteher von Dietkirchen, Herrn Bernhard Eufinger, übergeben.

 

In einem Dankesbrief wandte ich mich an die Herausgeber des "Irish Sword".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Military History Society of Ireland

 Newman House

 University College

 86. St. Stephens Grenn

 Dublin 2

  

Meine Herren.

 

Ich muss in Deutsch schreiben, weil ich der englischen Sprache nicht mächtig bin.

Ich bin aber davon überzeugt, dass sich ein Übersetzer ( Translator ) findet.

Ich bin ein ( brieflich ) Bekannter von Herrn Tony O,Brien aus Limerick, der für das „Irische Schwert“ ( The irish Sword“ ) Nr.: 97, Sommer 2005, S. 241 ff, die Artikel über den Soldatenfriedhof in Dietkirchen bei Limburg ( Lahn ) geschrieben hat.

Wenn Sie in meine Homepage ( Historie ) gehen, können Sie alles über den Friedhof lesen.

Ich habe mich sehr mit der Geschichte des Friedhofes befasst.

Mister O,Brien hat mir ein Exemplar des „Irish Sword“ überlassen.

Ich habe diese Exemplar am 28. 04. 2006 dem Bürgermeister der Gemeinde Dietkirchen übergeben, der dieses Büchlein in das Archiv der Gemeinde übernimmt.

Von der Übergabe lege ich Ihnen ein Foto bei.

Für die Restaurierung des Kreuzes findet am 19. 05. 2006 ein Benefizkonzert statt.

Meine Kameradschaft unterstützt das Konzert organisatorisch.

Auch will ich versuchen, ob das in Diez stationierte Logistikregiment 46 der Bundeswehr über den Friedhof eine Patenschaft übernehmen will.

Sie könnten mir sogar dabei helfen wenn Sie mir schreiben würden, „ob nicht eine Bundeswehreinheit die Patenschaft übernehmen könnte“.

Das würde dann bestimmt einen Eindruck machen.

Ich bedanke mich für die Veröffentlichung der Geschichte des Kreuzes im „Irischen Schwert“.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und wenn ich sagen darf, mit kameradschaftlichen Grüßen,


 Am  19. 05. 2006, 20.00 Uhr, fand in der Stadthalle Limburg ein Benefiz - Konzert zu Gunsten der Restauration des irischen Hochkreuzes  auf dem Soldatenfriedhof in Dietkirchen statt.

Das 1917 auf dem Gefangenenfriedhof errichtete Hochkreuz muss konserviert und restauriert werden, da der "Zahn der Zeit" an ihm nagt.

Es soll damit für die folgenden Generationen erhalten werden.

Es spielte das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz.

Das musikalische Repertoire des Musikkorps beinhaltete Kompositionen klassischer Art bis zu zeitgenössischen Werken.

Auch die traditionelle Militärmusik kam nicht zu kurz.

Etwa 500 Besucher wurden durch den Ortsvorsteher der Gemeinde Dietkirchen, Herr Bernhard Eufinger, begrüßt.

Nach Ansicht vieler Zuhörer und Zuschauer war das Konzert ein überaus voller Erfolg.


19. November 2006:

Volkstrauertag; Gemeindehaus Dietkirchen.

Ein Kreuz vereint Völker.

 Die durch große Kriege und militärische Katastrophen geprägte Geschichte des 20. Jahrhunderts ist weder zu Ende noch ist sie Erinnerung, sondern ist weltweit Alltäglichkeit.

Unter der Teilnahme einer großen Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Dietkirchen fand am Ehrenmal an der Lubentius – Kirche eine Feierstunde statt, in der der Gefallenen und Vermissten gedacht wurde.

Zu einem weiteren Gedenken begab man sich zu der Kriegsgräberstätte, dem so genannten Russenfriedhof, auf dem 950 tote Soldaten aus dem 1. und 2. Weltkrieg ruhen.

Seit 1998 wird durch ehemalige Soldaten der Bundeswehr, Kameradschaft Diez - Limburg,  der Soldatenfriedhof in Dietkirchen betreut.

Den im Lager Verstorbenen zur Ehre wurde, veranlasst durch irische und englische Gefangene, 1917 ein keltisches Hochkreuz errichtet.

Im Laufe der Jahrzehnte nagte der Zahn der Zeit an dem Sandstein.

Damit es der Nachwelt als Mahnmal gegen den Irrsinn der Kriege nicht verloren geht, muss es dringend restauriert werden.

Daher stand der diesjährige Volkstrauertag ganz im Zeichen „Rettet das Kreuz“.

Der Ortsvorsteher von Dietkirchen, Bernhard Eufinger, begrüßte auf dem Friedhof den Kommandeur des Sanitätskommandos 2 aus Diez, Admiral Dr. Christoph Büttner, portugiesische, italienische und russische Besucher aus Limburg, Einwohner aus Dietkirchen, Vertreter des deutschen Bundeswehrverbandes, Herrn Bürgermeister Martin Richard und als Ehrengäste aus Limerick, Irland, Herrn Tony O`Brien und Tadhy Moloney.

Sie vertraten die „Irischen Freunde zur Rettung des keltischen Kreuzes in Dietkirchen“.

Für die Finanzierung der Restaurierung des schon eingerüsteten Kreuzes überreichten sie bei einem anschließenden Empfang Ortsvorsteher Bernhard Eufinger, eine Spende von 10 000.- €.

Der Spendenfond steht jetzt bei ca. 23 000.- €.

Schon bald wird an Ort und Stelle mit der Restaurierung begonnen.

Am Schluss des Empfanges bedankte sich Herr Bernhard Eufinger bei allen, besonders bei den Mitgliedern des Deutschen Bundeswehrverbandes, Kameradschaft Diez – Limburg, die sich für die Rettung vor dem Verfall des Kreuzes in der Vergangenheit eingesetzt haben.

 


Seit April 2007 wird das Kreuz restauriert.

Durch- und Ausführender ist die Fa. Steyer, Matthias aus Niedernhausen.

"Chefin" dieser Arbeit ist Frau Schaper, Silke.

Es folgen jetzt Bilder der Abfolge der Arbeiten.

 

 

Bericht ( Auszug ) aus: Rhein – Lahn – Zeitung vom 20. 11. 2007

Hochkreuz ist restauriert

 

200 Menschen wohnen feierlicher Einsegnung bei

 

Weil es an die Fehler der Vergangenheit erinnert, hat das irische Hochkreuz in Dietkirchen auch 90 Jahre nach seiner Erbauung eine große Bedeutung. Inzwischen erstrahlt es auch in neuem Glanze.

 

LIMBURG. Nach aufwendiger Restaurierung wurde das 90 Jahre alte irische Hochkreuz auf dem Soldatenfriedhof an der Kriegsgräberstätte in Dietkirchen eingesegnet. Dazu hatte der Ortsbeirat den Volkstrauertag gewählt. Fast 200 Bürger waren zu dem historischen Ereignis gekommen.

Die Segnung erfolgte durch den katholischen Pfarrer Friedhelm Meudt und Pfarrer Johannes Nothhaas (Mainz) von der russisch-orthodoxen Kirche. Nach einem Trompetenspiel führte Ortsvorsteher Bernhard Eufinger die Anwesenden in die Jahre des Ersten Weltkriegs zurück, als sich in Dietkirchen ein 24 Hektar großes Lager mit bis zu 12 000 Kriegsgefangenen befand.

Am 23. September 1914 sei der erste Verstorbene auf dem benachbarten Soldatenfriedhof beigesetzt worden. Irische Gefangene hätten für das drei Meter hohe und 1,60 Meter breite Hochkreuz gesorgt, das am, 15. Mai 1911 -geweiht worden sei. Dieses Kreuz aus Sandstein sei außerhalb Irlands eine Rarität.

"Es soll versöhnen, aber auch Mahnung und Erinnerung sein", betonte Eufinger die. heutige Funktion. Der Ortsvorsteher berichtete von einer beispielhaften Spendenaktion zahlreicher Bürger, die das in seiner Substanzangegriffene Kreuz für seinen schadlosen Fortbestand restaurieren und konservieren ließen. Unter anderem sei der Erlös zweier Benefizkonzerte für den guten Zweck geflossen. „10 000 Euro haben unsere irischen Freunde gespendet", sagte Eufinger, der namentlich Tony O'Brien und Tadhy Moloney aus Irland begrüßte, die im vergangenen Jahr die Spende von den" Friends of 'Limburg Celtic Cross überbrachten.

Der Ortsvorsteher begrüßte Sir William Barlow aus England, dessen Vater von 1916 bis 1918 in dem Lager Dietkirchen interniert war und später dort beigesetzt wurde, ferner Adrian Farrell in Vertretung des irischen Botschafters aus Berlin. Vom deutsch-russischen Freundeskreis war Oberst a. D. Alexej Stachowitsch, vom Sanitätskommando II der Bundeswehr in Diez war Admiralarzt Dr. Christoph Büttner vertreten. Ein Willkommensgruß galt dem beauftragten Diplomrestaurator Matthias' Steyer ( Eppstein ) und dem Landtagsabgeordneten Helmut Peuser, Stadtverordnetenvorsteher Rolf Dettmann und Bürgermeister Martin Richard. 15 000 Euro hatten die Beseitigung der Schäden und die Konservierung gekostet, alles wurde aus Spenden auf gebracht. Weitere 10 000 Euro stehen für die Gestaltung des Feierlicher Moment an dem restaurierten irischen Hochkreuz, das neu eingesegnet wurde.

Eufinger gab in der Feierstunde bekannt, im Frühjahr werde neben dem Kreuz eine Bronzetafel aufgestellt, die alle Namen der dort Beigesetzten enthalte, weil sie auf der Rückseite des Kreuzes nicht mehr zu lesen seien.

Das unter Denkmalschutz stehende Kreuz, ein glanzvolles Musterbeispiel keltischer Kunst und Architektur, erinnert an mehrere Hundert im verstorbene Gefangene, zu meist russische Soldaten, aber auch Franzosen, Italiener, Engländer, Serben und 45 Iren. Das Kreuz erinnert aber auch an die irischen Soldaten, die 1915/16 an anderen Orten in Deutschland verstorben und dort begraben waren. So zum Beispiel in Runkel, Gießen, Aachen, Bad Schwalbach, Nassau und Kördorf.

Botschaftsvertreter Farrell wies darauf hin, dass irische Gefangene seinerzeit das Kreuz finanziert hätten. Heute symbolisiere es die Aussöhnung unter den Völkern Seine Wiederherstellung habe Freundschaften gestiftet. Ehemalige Feinde hätten gezeigt, was sie gemeinsam erreichen können. "Das hätten die hier Bestatteten nicht zu denken gewagt", sagte Farrell. Sir William Barlow, hatte 2004 zum ersten Mal den Weg nach Dietkirchen gefunden und gehört zu den Spendensammlern. Er sieht in diesem Kreuz ein Denkmal der Hoffnung beider Völker.

 

Auf dem Foto (von links): Oberst a. D. Alexej Stachowitsch, vom deutsch-russischen Freundeskreis, Admiralarzt Dr. Christoph Büttner (Sanitätskommando 11, Diez), Bürgermeister Martin Richard, Tony O'Brien ( Irland ) Ortsvorsteher Bernhard Eufinger, Sir William Barlow (England), Dudelsackspieler Christian Tewordt (im Hintergrund), Pfarrer Friedhelm Meudt, Pfarrer Johannes Nothhaas (russisch-orthodoxe Kirche), Franz Prox ( Bundeswehrverband Diez/Limburg )

Text u. Foto: Dieter Fluck

 

 

 

 

 

 

 

Volkstrauertag 2009

 

Am 15. Novenber 2009 war, wie Volkstrauertag.

Aus diesem Anlass lud der Ortsvorsteher von Dietkirchen, Bernhard Eufinger, wie schon in den vergangenen Jahren, zu einer Feierstunde auf den "Russenfriedhof" ein.

 

Dieses Jahr war ein besonderer Anlass, denn die bronzene Gedenktafel mit den Namen der irischen Toten wurde der Bevölkerung vorgestellt.

 

Mit Heinz Erbach gab es nur noch einen einzigen, der selbst als Soldat im zweiten Weltkrieg hatte kämpfen müssen.

„Ich bin mittlerweile der einzige Kriegsteilnehmer, der noch zum Volkstrauertag hierher kommt. Die meisten anderen leben mittlerweile nicht mehr“, sagte Herr Erbach

„Aber auch für die, die es selbst nicht mehr erfahren haben, wie es ist um ein Kind, einen Ehemann, einen anderen Angehörigen oder einen Freund im Krieg zu bangen, sei der Tag wichtig“, sagte in einer Gedenkrede Ortsvorsteher Bernhard Eufinger. „Der Volkstrauertag müsse neben der Erinnerung an die Opfer des Krieges auch Mahnung sein, nie wieder Kriege zuzulassen. Friede sei keine Selbstverständlichkeit“.

An der Feierstunde auf der Dietkirchener Kriegsgräberstätte nahmen Vertreter der Stadtverordnetenversammlung, des Magistrats, der Ortsvereine, des Bundeswehrverbandes ( ERH ) Kameradschaft Diez - Limburg und des Ortsbeirats teil.

Auch der Limburger Partnerschaftsverein, der Beziehungen zu Partnerstädten in

den ehemaligen „Feindländern“ Frankreich, Belgien und England pflegt, hatte Vertreter entsandt.

In ihrem Beisein wurde eine Bronzetafel am irischen Hochkreuz enthüllt Auf dieser Tafel sind die Namen und Regimenter der irischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg vermerkt, die in Dietkirchen begraben worden waren.

Ihre Namen, sind auf dem Kreuz, wo sie ursprünglich eingeschlagen waren, im Laufe der Zeit so stark verwittert, dass sie kaum noch lesbar waren.

Pfarrer Friedhelm Meudt mahnte, die Würde aller Menschen immer zu wahren und Konflikte ohne Gewalt zu lösen.

Er betete mit den Anwesenden das „Vater unser“ - das Gebet der Christen` aller Konfessionen.

Markus Fiedler spielte zum Abschluss der Gedenkveranstaltung auf dem Waldhorn in wunderbarer Weise das Lied vom „Guten Kameraden. –

gez. Bernhard Eufinger, Ortsvorsteher

Dietkirchen, November 2009

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Die Namenstafel wird gesetzt                                                            Man trifft sich zur Andacht

 

 

   Kreuz mit der Namenstafel                    Die bronzene Namentafel                   Das Ehrenmal des Friedhofes

 

 

 

„Die Schlacht bei Diez und Limburg“

  ( Franzosen gegen Österreicher  am 17. September 1796 während des 2. Koalitionskrieges )

    

Am 16. 09. 2003 jährte sich zum 207 mal die Schlacht bei Diez und Limburg.

Trotzdem diese Schlacht für unsere Region durchaus ein geschichtliches Ereignis darstellt, ist sie nur wenigen Leuten, selbst den Alteingesessenen, nur in den seltensten Fällen ein Begriff.

Zwar sind von dem Kampf zwischen den Franzosen und den Österreichern in und um Diez und Limburg noch einige Spuren zu sehen, aber nur den wenigsten sind diese bekannt.

So z.B. auf dem Greifenberg bei Limburg alte Schanzaufhäufungen der österreichischen Truppen oder in Diez, unterhalb des Dachgiebels am Haus Maceus, Wilhelmstr. 28, wo eine Kanonenkugel hängt.

Hier der Bericht über die ereignisvolle und weithin unbekannte Schlacht in einer verkürzten Form.

Seit Mitte des 17. Jahrhunderts begannen in Europa, ausgehend von England, die Ideen von modernen Rechts- und Verfassungsstaaten Fuß zu fassen.

Die Aufklärung erreichte Frankreich, wo sie besonders beim einfachen Volk im monarchischen Absolutismus reges Interesse fand.

Aus der Verbindung der altenglischen Freiheiten mit dem neuen "Denken der Aufklärung" entstand der moderne Begriff der persönlichen und politischen Freiheit, was als Folge dann am 14. Juli 1789 zur Französischen Revolution mit dem Sturm auf das Staatsgefängnis BASTILLE führte.

Die neuen Ideen, so z. B. die Beschränkungen der monarchischen Privilegien, und Macht, fanden Eingang in die Denkweise des Bürgertums im übrigen Europa und zum Versuch der "französischen Massen", dieses "neue" Denken prophetisch zu verbreiten. Die absoluten Monarchen in Europa befürchteten daraufhin eine Ausweitung der Revolution über Frankreichs Staatsgrenzen hinaus und verstärkten daher ihre eigenen militärischen Vorbereitungen. In dieser Situation erfolgte jedoch präventiv am 20. April 1792 die französische Kriegserklärung.

Der "erste Koalitionskrieg" begann. Er dauerte bis 1797.

Die Kämpfe bei Diez fallen schon in die Endphase des französischen Feldzuges im Jahre 1796 und stellen nur einen relativ kleinen Ausschnitt im jahrelangen Kampf um das Erringen der französischen Vorherrschaft über das monarchische Europa dar.

Nachdem Preußen nach dem "Frieden von Basel" am: 05. April 1795 aus dem Koalitionskrieg ausgeschieden und Holland auf die Seite der französischen Revolutionstruppen getreten war, trug Österreich die Lasten des Krieges gegen Frankreich alleine.

Im Jahre 1796 konnten dann auch die französischen Truppen dann auch tief nach Süddeutschland eindringen, um mit einer Nordarmee aus dem Norden und der Südarmee Österreich in einer Zangenbewegung zu erobern.

Aber die Franzosen hatten sich übernommen. Es fehlte vor allem an Nachschub von Pferden, Pulver und an Geschossen. Die Bekleidung war zerschlissen, Gewehr- und Kanonenrohre ausgeleiert.

Und auf Grund der langen Abwesenheit von ihrer Heimat war die Moral der Soldaten am Ende.

So wurde durch die Österreicher die Südarmee wieder über den Rhein zurück gedrängt und die Nordarmee bei Würzburg und Amberg durch die österreichischen Truppen geschlagen.

Um nicht vollkommen aufgerieben zu werden, musste sich daher die Nordarmee sehr schnell zurückziehen. Ihr Ziel als natürliches Hindernis war die Lahn, wo sie am 09. September 1796 anlangte.

Die Absicht der Österreicher war es, die Franzosen vollends über die Lahn und über den Rhein zurückzudrängen.

Durch einen Scheinangriff im Raume Gießen banden sie dort die Hauptmacht der französischen Truppen, während sie selber mit ihrem Gros bei Diez und Limburg über die Lahn gehen wollten.

Hier fiel ein weiterer französischer  Befehlshaber, General Hoche.

 

Der Kampf um Diez und Limburg.

 Am Morgen des 16. 09. 1796 stellt sich die Lage wie folgt dar.

Die Reste der französischen Truppen im Raume Diez - Limburg stehen längs der Lahn von Diez bis Limburg, an der Aar von Niederneisen bis zum Mensfelderkopf und Linter und treffen beim Greifenberg ( Limburg ) auf die Lahn. Morgens greifen die Österreicher den Raum Diez - Limburg an.

Eine Kolonne rückt gegen Diez vor, besetzt die Stadt und die Lahnbrücke. Um Mittag werden die Franzosen von den Höhen auf dem linken Lahnufer z.B. Greifenberg und dann auch aus Limburg vertrieben.

Die Österreicher erobern unter dem Schutze einer, am linken Lahnufer in Limburg aufgefahrenen Batterie die steinerne und die hölzerne Brücke.

Nachmittags des 16. 09. führen die Franzosen von den Offheimer Höhen aus einen Gegenangriff durch und erobern, allerdings nur für eine kurze Zeit, die ( Limburger ) Vorstadt zurück, da die Österreicher sie mit einem zweiten Sturm wieder zurückwerfen.

Dieser zweite Sturm wird durch eine weitere österreichische Batterie vom Schafsberg aus unterstützt.

Der Greifenberg (Tal Josaphat) wird durch die Österreicher besetzt, Schanzen werden angelegt ( heute noch zu sehen ) und Geschütze in Stellung gebracht, die in Verbindung mit den Geschützen auf dem Schafsberg die Franzosen in ein Kreuzfeuer nehmen.

Gegen Mittag des 16. September 1796 können die Franzosen dem Angriff,

der mit Macht ihre Stellungen auf der Linie Niederneisen - Mensfelderkopf - Linter angreifenden Österreicher nicht mehr standhalten. Auch sie müssen sich auf das Nordufer der Lahn zurückziehen,

Vom Petersberg in Diez feuert die französische Artillerie auf die nachdrängenden Österreicher und nimmt besonders die Diezer Brücke unter Beschuss. Die Häuser in den engen Diezer Straßen in Brückennähe fangen an zu brennen. Ein Löschen ist nicht möglich, da die Franzosen vom Petersberg die löschenden Menschen direkt unter Beschuss nahmen.

Erst als österreichische Batterien von der Höhe Oranienstein und der Höhe Guckenberg die französischen Geschütze auf dem Petersberg ausschalten, ziehen sich die Franzosen in den Altendiezer Wald zurück.

Unter dem Schutz der eigenen Artillerie stoßen dann die Österreicher nach und greifen mit Husaren die Franzosen in Richtung Hirschberg an.

Der französische Widerstand erlahmt.

Die Österreicher nutzen ihre überlegene Feuerkraft und Truppenzahl und treiben weiter angreifend die Franzosen über die Diersteiner Aue bis zu den Offheimer Höhen zurück.

Damit ist die Niederlage der Franzosen unter ihrem Befehlshaber, General Marceau ( 23 Jahre alt ), im Raume Diez - Limburg besiegelt.

Vor Tagesanbruch des 17. September verlassen sie ihre Stellungen rund um Limburg. Dabei haben sie Glück, denn Nebel verbirgt ihren Rückzug vor den sie verfolgenden Österreichern.

Eine Division zieht sich auf der Straße Limburg - Elz - Richtung Hachenburg, eine weitere Division zieht sich auf der Straße Limburg - Staffel - Großholbach - Montabaur - Richtung Koblenz zurück.

Einer der fähigsten französischen Heerführer, General Marceau, deckt den Rückzug der französischen Truppen im Raume Freilingen / Höchstenbach.

Dabei wird er während einer Geländeerkundung von einem Tiroler Scharfschützen schwer verwundet. Seine Begleitoffiziere bringen ihn nach Altenkirchen, das bereits von den Österreichern besetzt ist. Dort versuchen österreichische Ärzte vergeblich ihn zu retten.

Am 23. 09. starb er, nur 23 Jahre alt, "beweint von seinen Soldaten, geachtet von Freund und Feind." Dort, wo er verwundet wurde, steht heute ein Denkmal, sein Leichnam wurde nach Koblenz gebracht, seine Asche auf dem Friedhof auf dem Petersberg beigesetzt. Später kam seine Urne auf den Friedhof Koblenz – Lützel. Heute befindet sich die Urne im Pantheon in Paris.

Die Niederlage der Sambre - Maasarmee ist besiegelt.

Nach der Einstellung der Kämpfe bezogen die Österreicher längs der Lahn Winterquartiere mit ihrem Hauptquartier in Diez.

Ihr Oberbefehlshaber, General von Werneck, quartierte sich in der Vorstadt beim Kaufmann Karl Heck ein.

Die Folgen der Kämpfe für die Stadt Diez waren schwerwiegend. Durch die Zerstörungen und die ständigen Einquartierungen stand die Stadt finanziell vor dem Ruin. Nur durch das großzügige Verhalten des Landesherrn, Wilhelm V.,Fürst von Nassau - Diez und Prinz von Oranien, besserte sich die Lage. Er schenkte den Diezern Waldstücke mit der Erlaubnis sie abzuholzen. Von dem Erlös des verkauften Holzes, 16 000 Gulden, konnte ein bedeutender Teil der Schulden der Stadt Diez getilgt werden.

Nach nochmaligen Kämpfen 1797 wurde die Nidda zur Trennungslinie zwischen Österreichern und den Franzosen bestimmt.

Nun waren die Franzosen wieder im Lande und blieben hier bis zum Frühling des Jahres 1799. Auch in Diez kam es wieder zu Einquartierungen bis zum Frühjahr 1799, was wiederum zu einer hohen Verschuldung der Stadt führte.

So bezog am 29. Mai 1797 der französische General Ollivier mit seinem Stab im Schloss Oranienstein Quartier.

Allein für diese Einquartierung musste die Stadt Diez mit 630 Gulden ( Heute etwa 13 000.- €, für die damalige Zeit eine horrende Summe Geld ) aufkommen.

Hiermit endet die "Schlacht bei DIEZ."

Nicht ganz.

Denn noch heute zeigen in dem ehemaligen Kampfgebiet Familiennamen wie z. B. Fleischberger, um nur einen zu nennen, den „Sieg“ der Österreicher. ( Theo Fleischberger, Waldstr. 7; 65620 Waldbrunn - Fussingen )

Spätere Nachforschungen in den Archiven des  Kriegsministeriums in Wien ergaben, dass während der Kämpfe um Diez etwa 50 österreichische Kompanien eingesetzt waren.

Unter anderem war auch das Infanterieregiment 50 ( Die Innständler ) im Einsatz.


"Gruß aus Oranienstein"

Vergessene Töne wieder auferstanden

Notenfund erinnert an die Oraniensteiner Kadetten

( Anklicken, dann  ist der Kadettenmarsch zu hören )

Nach Einverleibung des Herzogtums Nassau in Preußen 1866 ordnete König Wilhelm I. am 28. Mai 1867 die Verwendung des Schlosses Oranienstein in Diez als Kadettenanstalt an.

Bereits am 01. Mai 1868 rückten aus den Kadettenanstalten Potsdam, Kulm ( Coburg ) und Bensberg ( Köln ) 54 Kadetten in Oranienstein an. Erster Kommandeur der neuen Kadettenanstalt war Oberst von Asmuth.

Schon acht Tage später erhielt die Kadettenanstalt den Besuch von König Wilhelm I., der zur Kur in Bad Ems weilte.

Die ständige Zunahme von Zöglingen machte sehr bald eine umfassende bauliche Erweiterung der Anstalt erforderlich. So entstanden in der Zeit zwischen 1874 - 1876 zwei kasernenartige Kompaniegebäude, die rechtwinklig an die beiden Pavillonflügel des Schlosses anstießen. ( Diese Seitenflügel wurden später wieder abgerissen.).

Die Kadettenanstalt diente als militärische Erziehungsanstalt und Bildungsstätte für 10 - 15 jährige Jungs die nach ihrer Kadettenausbildung Offiziere werden sollten. 

Die Lehrpläne waren wie bei einem Realgymnasium.

Die Stärke betrug anfangs 200 - 210, später 160 - 170 Kadetten.

493 der in Oranienstein ausgebildeten und unterrichteten Kadetten fielen im 1. Weltkrieg.

Berühmtester Angehöriger der Kadettenanstalt soll hier der Oberkadett und spätere Reichskanzler Paul von Benecken – Hindenburg gewesen sein, jedoch ist diese Aussage nicht 100 % tig belegt.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die Kadettenanstalt am 09. 11. 1918 geschlossen.

Für die Kadetten komponierte ein Herr Otto Fuchs etwa um 1892 einen Marsch für Klavier, der 1893 auch für Zither umgeschrieben wurde.  Beide Ausgaben wurden bei einem Verlag in Leipzig, der heute nicht mehr existiert, aufgelegt.

Leider existierte nur noch eine Komposition für Klavier die der Stadtarchivar von Diez, Herr Fred Storto, in seinem Besitz hatte.

Es existierte zwar einmal auch eine Komposition für Militärmusik, sie ging jedoch im Laufe der Zeit verloren. 

Trotz Bemühungen, z . B. bei der Deutschen Gesellschaft für Militärmusik, beim Archiv für Militärmusik im Bayerischen Armeemuseum oder bei der Musikbibliothek der Stadt Leipzig, um nur drei Stellen zu nennen ist es nicht gelungen, die alte Komposition für ein Marsch- / Militärorchester aufzufinden. 

Nur ein Bild des Kadettenkorps aus dem Jahre 1893 / 1894 mit dem Komponisten des Marsches konnte gefunden werden. Um das alte Werk jedoch für ein Militärorchester wiedererstehen zu lassen blieb kein anderer Weg als es, mit den von Herrn Fred Storto zur Verfügung gestellten Noten, umschreiben zu lassen.

Aber das kostete  natürlich Geld. 

Vom Bundeswehrverband, Kameradschaft Ehemalige Diez - Limburg, unter seinem damaligen Vorsitzenden Stabsfeldwebel a. D. Heinrich Kalina, wurde die Neufassung gesponsert und dem Nachschubbataillon 310 gewidmet.

Durchgeführt wurde die Neuvertonung durch den Chef des Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz, Major Klinkhammer, der dem „Gruß aus Oranienstein“, so heißt der Kadettenmarsch, Glanz und Leben wiedergab.

Das Nachschubbataillon 310 verlegte 1958 als Quartiermeisternachschubbataillon 907 aus Andernach nach Diez und zog hier als Erstlösung in das Schloss Oranienstein ein.

Anfang Juli 1960 verlegte dann dieses Bataillon in die neu gebaute Freiherr - vom - Stein - Kaserne, in Diez, um im August 1996 wieder an seine „alte“ Wirkungsstätte von 1958, das Schloss Oranienstein zurückzukehren. Somit war dieses Bataillon prädestiniert, diesen Kadettenmarsch als „Bataillonsmarsch“ zu haben.

Der Kadettenmarsch ist ein hübsches, leichtes und gefälliges, teilweise frisches und kräftiges Musikstück, ein wenig „operettenhaft“ in seinem Aufbau, jedoch durchaus schmissig und wohltönend.

Am 11. 12. 1997 übergab der Kommandeur des Nachschubbataillon 310, Oberstleutnant Helmut Meng das Bataillon an seinen Nachfolger, Oberstleutnant Hans - Georg Böhlein. Nach der Übergabe feierte der Kadettenmarsch erstmals seine „Wiederauferstehung“, indem dem scheidenden Kommandeur als Abschiedsgeschenk und dem „Neuen“ als Ansporn, die Tradition des Nachschubbataillons 310 hochzuhalten, eine Musikkassette mit dem Kadettenmarsch, bespielt vom Heeresmusikkorps 300 unter der Leitung von Major Klinkhammer, überreicht wurde.

Am 26. März 1998 wurde der Marsch beim traditionellen Wohltätigkeitskonzert in der Stadthalle in Limburg durch das Heeresmusikkorps 300 uraufgeführt.

Die „neuen“ Originalnoten für ein Militärorchester sind in meinem Besitz und je eine Kopie bei der Deutsche Gesellschaft für Militärmusik in 58540 Meinerzhagen und beim Vorsitzenden der Kadettengarde, Diez.

Im November 2003 übergab ich den "Kadettenmarsch"  der Kadettengarde Diez zur weiteren Verwendung.

Seither ist das Militärmusikstück der "Hausmarsch" der Kadettengarde.

Danken möchte ich für die Unterstützung bei meinen Recherchen:

Deutsche Gesellschaft für Militärmusik,58540 Meinerzhagen  und dem Stadtarchivar der Stadt Diez, Herr Storto.

Im Schloss Oranienstein sind neben verschiedenen Bundeswehreinheiten auch ein Museum untergebracht.

Dieses Museum zeigt neben der Geschichte des Schlosses und des Hauses Nassau - Oranien (niederländisches Königshaus ) auch die Geschichte der Kadettenanstalt.

 

Das Schloss  kann besichtigt werden:

 

Die genauen Besichtigungszeiten erfragen Sie bitte beim Standortfeldwebel.

Geführte Rundgänge:

Die nachfolgenden Zeiten sind nur ein Anhalt.

Dienstag bis Freitag: 09.00 Uhr; 10.30 Uhr; 14.00 Uhr; 15.30 Uhr

Samstag und Sonntag nur mit Voranmeldung bis Freitag 16.00 Uhr.

Tel. 064329401056 ( Standortfeldwebel )

Montag und Feiertag ist das Museum geschlossen.

 


Diez, die Garnisonsstadt seit Jahrhunderten

Viele Diezer kennen z. B. Gran Canaria, aber von ihren Soldaten, die seit Jahren unter ihnen leben, kennen sie nur recht wenig, aus Erfahrung genauer gesagt, gar nichts.

Allerdings muss man aber zugeben, dass die Bundeswehr selber nur recht wenig dafür tut, ihren Bekanntheitsgrad zu verbessern.

 

„….die Bundeswehr bleibt hier und damit basta“.

 

Verteidigungsministers Struck Standortschließungen 2004 sind an Diez ( fast ) glimpflich vorübergegangen.

Diez atmete hörbar auf.

Soldaten in Diez, nichts außergewöhnliches, sondern schon seit vielen Jahrhunderten eine Alltäglichkeit.

Denn die Stadt kann nicht nur auf eine lange und traditionsreiche Zeit als Garnison zurückblicken, sondern sie genießt diesen Status auch heute noch.

Schon im 6. Jahrh. n. Chr. existierte mit großer Wahrscheinlichkeit hier eine fränkische Militärstation, die zur Sicherung eines wichtigen Lahnüberganges diente, der die Fernstraßen aus dem Rhein - Main - Gebiet mit dem Westerwald und dem Neuwieder Becken verband.

Um 1000 traten die Diezer Grafen auf, die für das Wahrzeichen der Stadt - die Burg - verantwortlich zeichneten.

Auch die Burg kann man als Garnison bezeichnen.

Sie hatte so etwa eine Besatzung von 50 – 80 Männern.

Die Anfänge der eigentlichen ( modernen ) Garnison Diez reichen bis in das Jahr 1618, dem Beginn des 30jährigen Krieges, zurück.

Aber nur wenig ist über Truppenstationierungen aus dieser Zeit bekannt.

1683 wurde von der Oraniensteiner Prinzessin Albertine verfügt, dass Diez Standort einer Landmiliz werden sollte.

Bis 1742 lagen nun in Diez, der Hauptstadt des Fürstentums Nassau - Diez - Oranien, die verschiedensten Truppenteile des Nassauischen Landsturms.

In Kriegszeiten versahen diese Soldaten den Wachdienst an den Stadttoren.

Eins der Stadttore, auf dem Bild zu sehen, bewachte die Brücke über die Lahn.

Von 1750 - 1806 waren in Diez etwa 500 Soldaten stationiert. Da es noch keine Kasernen gab, logierten diese Soldaten bei Diezer Bürgern.

1806 begann die Zeit einer einheitlichen herzoglich - nassauischen Armee.

Während der napoleonischen Epoche beherbergte die Stadt wechselnde militärische Einheiten in ihren Mauern.

So entstand 1815 das Depotbataillon ( Reserveeinheit ) des Regimentes Nassau – Oranien, welches sich in der Schlacht von Waterloo besonders auszeichnete.

Ab 1807 bis 1867 lagen in Diez ständig Bataillone des 1. und 2. Nassauischen Infanterieregiments.

Als 1866 das Herzogtum Teil der preußischen Provinz Hessen – Nassau wurde, zog das preußische Infanterieregiment 80 in Diez ein.

Als Unterkunft diente allen diesen Truppenteilen der umgebaute, am Einfluss der Aar in die Lahn gelegene, ehemalige Getreidespeicher, die heutige „Alte Kaserne“ und die 1867 neu erbaute städtische Kaserne, später Wilhelm - von - Nassau - Kaserne, an der Oraniensteiner Straße.

1866 kam das Herzogtums Nassau zu Preußen.

 

Am nördlichen Rand des alten Städtchens Diez, über den Felsen am Lahnufer, entstand zwischen 1671 und 1684 das Schloss Oranienstein auf den Trümmern des ehemaligen Benediktinerinnenklosters Dierstein, dass 1564 erbaut und im 30- jährigen Krieg zerstört wurde, als Witwensitz für die Fürstin Albertine Agnes von Nassau - Diez.

König Wilhelm I. von Preußen ordnete am 28. Mai 1867 an, dass im Schloss Oranienstein eine Kadettenanstalt eingerichtet wird.

Bereits am 01. Mai 1868 rückten 54 Kadetten in das Barockschloss und in die hierfür zusätzlich neu errichteten Nebengebäude ein.

Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde die Kadettenanstalt am 09. 11. 1918 geschlossen.

Seit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 blieb der Standort Diez dann diversen Bataillonen rheinischer Infanterieregimenter vorbehalten.

In der Folgezeit wurden neue Kasernenanlagen und Wohnungen für Offiziere und Unteroffiziere gebaut.

Jetzt zur neueren Garnisonsgeschichte.

„Hauptkaserne“ war und ist heute noch, das Schloss Oranienstein.

Mit Ende des 1. Weltkriegs marschierten am 20. Dezember 1918 die ersten französischen Besatzungstruppen in Diez ein und blieben hier fast 10 Jahre.

Vom Ende 1927 bis 1. April 1934 blieb Diez ohne Garnison, denn erst an diesem Tage zog in das Schloss Oranienstein die „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“, eine NS - Eliteschule, ein.

Ab Oktober 1938 wurde Diez für weitere Truppen Garnisonsstadt.

So diente die Stadtkaserne als Standort für eine Panzerabwehr- und Panzerjägerabteilung, sowie für Landesschützen- und Ersatzeinheiten.

Nach Beendigung des 2. Weltkriegs wurde Diez wiederum von französischen Truppen besetzt.

Sie belegten das Schloss Oranienstein, das in „Foch - Kaserne“ und die Stadtkaserne, die in „De Gaulle - Kaserne“ umbenannt wurden.

Nach Abzug der Franzosen zogen bereits 1956 erste Einheiten der neu aufgestellten Bundeswehr in die Diezer Garnison ein.

Das Schloss Oranienstein wurde zur schönsten Garnison der Bundeswehr.

1958 verlegte das Quartiermeister Nachschubbataillon 907, das spätere Nachschubbataillon 310, als Erstlösung in das Schloss.

Anfang Juli 1960 verlegte dieses Bataillon in die neu gebaute Freiherr - vom - Stein - Kaserne, das ehemalige Stammlager der Wehrmacht, um im August 1996 mit Teilen wieder an seine „alte“ Wirkungsstätte von 1958, in das Schloss Oranienstein zurückzukehren.

Im Mai 1962 wurde das Schloss Sitz des Stabes der 5. Panzerdivision, der 1994 nach Mainz verlegt wurde.

Nachfolger wurde der Stab der Panzerbrigade 34, bisher Koblenz.

1994 hält auch das WHNS Unterstützungskommando 4 im Schloss Einzug.

1997 wurde es aber, wie viele andere Einheiten der Bundeswehr, nach Beendigung des „Kalten Krieges“, aufgelöst.

Mitte 2001 wurde die Panzerbrigade 34 aufgelöst.

In die freigewordenen Räume kam im Februar 2002 als neu aufgestellter Verband das Sanitätskommando 2, das heute noch im Schloss residiert und 1999 das Feldnachrichtenzentrum 300.

 

Die zweite Kaserne in Diez, die ehemalige „Stadtkaserne“, bekam den Namen „Wilhelm - von - Nassau - Kaserne“ und wurde unter anderem Sitz des ( späteren ) Fernmeldebataillon 5.

Im Oktober 1993 endete die 124 – jährige Geschichte der Wilhelm – von – Nassau – Kaserne mit dem Abzug des Fernmeldebataillon 5. Es wurde nach Koblenz verlegt.

1957 war in dieser Kaserne auch das Versorgungsbataillon 156 stationiert. Es wurde 1969 nach Rennerod verlegt.

Heute sind in der „Stadtkaserne“ verschiedene zivile Einrichtungen untergebracht.

 

Die Entstehungsgeschichte der dritten und jüngsten Kaserne von Diez, der „Freiherr - vom - Stein - Kaserne, reicht bis zum Beginn des 2. Weltkrieges zurück, als im Herbst 1939 auf dem heutigen Kasernengelände ein Kriegsgefangenen - Stammlager ( STALAG ) errichtet wurde.

Von 1952 bis 1956 waren hier französische sowie paramilitärische Transport- und Arbeitseinheiten stationiert.

Am 3. November 1956 begann auch hier die Ära der Bundeswehr.

Da die vorhandenen Holzbaracken als Unterkunft nicht mehr ausreichten und zudem marode waren, wurde eine neue steinerne Kaserne geplant. Im Herbst 1958 begann der Bau.

Bis 1960 waren hier die verschiedensten Einheiten stationiert, die aber alle nur ein kurzes Gastspiel gaben.

1960 verlegte das Nachschubbataillon 310 aus dem Schloss Oranienstein in die Kaserne. Dieser Verband gehörte zum Nachschubkommando 3, das ebenfalls in dieser Kaserne disloziert war.

Bekannt in Diez sind besonders noch die 4./ und 5./ Transportbataillon 370, zwei Transportkompanien des in Hermeskeil stationierten Transportbataillon 370, die mit ihren schweren Lastkraftwagen Diez „unsicher“ machten.

Erst 1993 rückte das Bataillon von Hermeskeil in die Freiherr – vom – Stein – Kaserne nach.

Beide Verbände wurden im Zuge der Umgliederung und Reduzierung der Bundeswehr 2003 aufgelöst und gingen mit Teilen in das neu aufgestellte Logistikregiment 46 auf, das aus dem Logistikbataillon 462 und dem Versorgungs- und Ausbildungszentrum 463 besteht.

Einheiten, die nur ganz kurz zwecks ihrer Aufstellung in einer der Diezer Kasernen disloziert waren, sind hier nicht aufgeführt.

Auch ist es kaum noch möglich, jedes kleine Detail nachzuvollziehen.

Die in der Anfangszeit nach Diez verlegten Bataillone bestanden anfangs nur aus Kaderpersonal und wurden erst im Laufe der Zeit mit einzelnen Kompanien „voll“ aufgestellt.

Einheiten wechselten das Unterstellungsverhältnis, oft den Standort, gingen in anderen Einheiten auf oder wurden aufgelöst. Diese „Unruhen“ waren ( und sind auch noch ) an der Tagesordnung.

Auch kam und kommt es vor, dass im Zuge von „Neuaufstellungen“ plötzlich neue Einheiten entstehen.

Manche Einheiten sind einfach „verschwunden“ ohne dass es heute noch so ohne weiteres nachvollzogen werden kann, wo sie „geblieben“ sind.

Zum Schluss kann man sagen, Diez als Standort hat „Glück“ gehabt.

Die noch hier stationierten Einheiten sind weiterhin ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt Diez und das Umland.

Abschließend sei bemerkt, auch in Diez nimmt die „neue“ Bundeswehr Gestalt an.

Wenn sie im nächsten Jahr 50 Jahre alt wird, ist sie auch hier im tief greifenden Umbau.

Ihre neuen Einheiten im Schloss Oranienstein und in der Freiherr – vom – Stein – Kaserne haben nur noch wenig mit der „alten“ Bundeswehr gemein.

 

   

Zeittafel ( nur Bundeswehr ) für den Standort Diez

 

 

Einheiten, die nur ganz kurz zwecks ihrer Aufstellung in einer der Diezer Kasernen disloziert waren, sind hier nicht aufgeführt.

Auch ist es kaum noch möglich, jedes kleine Detail nachzuvollziehen.

Die in der Anfangszeit nach Diez verlegten Bataillone bestanden anfangs nur aus Kaderpersonal und wurden erst im Laufe der Zeit mit einzelnen Kompanien „voll“ aufgestellt.

Bei den Stärken – Angaben ist immer zu berücksichtigen, dass in den Einheiten eine permanente Fluktuation gang und gebe war und auch noch ist.

Die Stärken sind mehr oder weniger daher nur die Durchschnittsstärken.

Die folgende tabellarische Aufstellung zeigt, wie kompliziert sich im Laufe der Jahre die Entwicklung der Verbände und Einheiten darstellen.

Einheiten wechselten das Unterstellungsverhältnis, oft den Standort, gingen in anderen Einheiten auf oder wurden aufgelöst. Diese „Unruhen“ waren ( und sind auch noch ) an der Tagesordnung.

Auch kam und kommt es vor, dass im Zuge von „Neuaufstellungen“ plötzlich neue Einheiten entstehen.

Manche Einheiten sind einfach „verschwunden“ ohne dass es heute noch so ohne weiteres nachvollzogen werden kann, wo sie „geblieben“ sind.

Oder sie wechselten den Namen.

So hat allein das Quartiermeisterbataillon 907 seit seiner Aufstellung 1956 in Andernach mindestens 4 x den Namen gewechselt, bis es zum Nachschubbataillon 310 wurde.

Es ist kaum noch möglich, jeden Schritt im Einzelnen ganz genau nachzuvollziehen.

Eine 100 % tige Genauigkeit ist nicht mehr möglich.

Aber im Grundsatz stimmen alle Angaben.

Wie man unschwer in den folgenden tabellarischen Aufstellungen sehen kann, ist der gesamte Sachverhalt sehr kompliziert.

Vor allem für „Nicht – Insider“ nur schwer zu verstehen.

Aus diesem Grunde wird die letzte tabellarische Aufstellung sehr vereinfacht dargestellt.

Die Verbände und Einheiten werden mit ihrem zuletzt gültigen Namen benannt.

Und auch für ihre Dislozierung im Standort / Garnison Diez wird ihre letzte Kaserne genannt also, wo sie zuletzt oder jetzt stationiert sind.

 

Mit den „Stäben“ sind verschiedene Teileinheiten gemeint also die Soldaten, die den Kommandeur bei der Führung seines Verbandes unterstützen.

Zum Beispiel die Stabskompanie. Dazu gehören z. B. die Soldaten, die im Stab direkt eingesetzt sind oder auch der: Fernmeldezug, oder auch: die Erkundergruppe u. a. m.

 

 

Oranienstein

 

 

Wilhelm – von - Nassau

Stadtkaserne

 

von – bis

Einheit

Stärke

von – bis

Einheit

Stärke

 

 

 

 

 

 

1958 - 1960

Stab: Quartiermeisterbataillon 907

Später:

Nachschubbataillon 310

~ 50

1957 - 1959

Stab: Quartiermeisterbataillon 5

Später:

Versorgungsbataillon 156

Verlegt: Oranienstein

~ 50

1957 - 1960

Stab: Quartiermeisterregiment 903

Später: Nachschubkommando 3

Verlegt: Freiherr – vom – Stein - Kaserne

~ 70

 

 

 

 

 

 

1958 - 1960

Quartiermeisternachschubkompanie 929

Später: Quartiermeistermaterialkompanie 314

Gehört zu: Quartiermeisterbataillon 907

~ 100

 

 

 

1959 -1960

Quartiermeisternachschubkompanie 934

Später: Betriebsstoffkompanie 313

Gehört zu: Quartiermeisterbataillon 907

~ 80

 

 

 

1958 - 1959

Quartiermeisterinstandsezungskompanie 939

Verlegt: Sigmaringen

~ 130

 

 

 

1958 - 1959

Stab: Quartiermeisterregiment 902

Verlegt: Dillingen

~ 50

1959 - 1969

Quartiermeisterbataillon 5

( Später:

Versorgungsbataillon 156 )

Verlegt: Rennerod

 

~ 500

1969 -1993

Fernmeldebataillon 5

Verlegt: Koblenz

~ 300

1960 - 1981

Stab: Artillerieregiment 5

Verlegt: Idar-Oberstein

~ 100

1969 - 1993

3./Fernmeldeausbildungskompanie  5

Verlegt: Koblenz

~ 100

1962 - 1994

Stab: 5. Panzerdivision

Verlegt: Mainz

~150

 

 

 

1962 - 1980

Feldjägerkompanie 5

Verlegt: Marburg

~ 80

 

 

 

1994 - 2002

Stab: Panzerbrigade 34

( Aufgelöst )

~ 150

 

 

 

1994 - 1997

Unterstützungskommando 4

WHNS – Stab -

~ 180

 

 

 

1965 - 2001

Standortverwaltung

Verlegt: Westerburg

~ 150

 

 

 

1999 - heute

Frontnachrichtenlehrkompanie 300

Wurde zum:

Feldnachrichtenzentrum der Bundeswehr

~ 120

 

 

 

2001 - heute

Sanitätskommando 2

~ 120

 

 

 

 

„Schöne Aussicht“

 

 

Freiherr – vom- Stein -Kaserne

 

von          – bis

Einheit

Stärke

von – bis

Einheit

   Stärke

 

 

 

 

 

 

1957-  1965

Standortverwaltung

~ 100       

1956          1957

Standortverwaltung                                           

   ~ 100

1965 - 1989

Verteidigungskreiskommando     412

Verlegt: Montabaur

~ 30

 

 

 

 

 

 

1956- - 1958

Stab Feldzeugregiment 516

Verlegt: Koblenz

~ 80

 

 

 

1956 - 1957

Quartiermeisterkompanie 2

Verlegt: Koblenz

~ 100

 

 

 

1956 - 1957

Unteroffizierlehrkompanie

Verlegt: Rheinbach

~ 150

 

 

 

1957 - 1958

Feldzeugdepotkompanie 606

Verlegt: Koblenz

~ 100

 

 

 

1960 - 2002

Stab: Quartiermeisterbataillon 907

Später:

Nachschubbataillon 310

Im Jahre 2002 ging das Nachschubbataillon 310 mit seinen Kompanien im

Logistikregiment 46 auf

~ 50

 

 

 

1960 - 2002

Quartiermeisternachschubkompanie 929

Später: Quartiermeistermaterialkompanie 311

Gehört zu: Quartiermeisterbataillon 907

~ 100

 

 

 

1960 -2002

Quartiermeisternachschubkompanie 934

Später: Betriebsstoffkompanie 313

Gehört zu: Quartiermeisterbataillon 907

~ 80

 

 

 

1960 - 2002

Nachschubkompanie 5

Sie wurde 1984 zur 5./ Nachschubbataillon 310

~ 130

 

 

 

1960 - 1966

Nachschubausbildungskompanie 14/III

Verlegt: Mayen

~ 130

 

 

 

1961 - 1962

Radiokompanie 991

Verlegt: Andernach

~ 50

 

 

 

1961 - 1962

Radiokompanie 993

Verlegt: Andernach

~ 50

 

 

 

1961 - ??

Fernmeldedepotkompanie 888

??

 

 

 

1967 - 1971

Stab: Nachschubbataillon 320

( Aufgelöst )

~ 100

 

 

 

1968 - 1971

5./ Nachschubbataillon 320

( Aufgelöst )

~ 130

 

 

 

1971 - 2003

5./ Transportbataillon 370

( Aufgelöst )

~ 130

 

 

 

1971 - 1999

Frontnachrichtenlehrkompanie 300

Verlegt nach Oranienstein

~ 120

 

 

 

1972 - 1990

Nachschubausbildungszentrum 300

( Aufgelöst )

~ 30

+  ~ 80

Lehrgangsteilnehmer

 

 

 

1960 - 1993

Stab: Quartiermeisterregiment 903

Später: Nachschubkommando 3

Verlegt: Koblenz

~ 70

 

 

 

1974 - 2003

4./ Transportbataillon 370

( Aufgelöst )

~ 130

 

 

 

1993 -2003

Transportbataillon 370

( Aufgelöst )

~ 500

 

 

 

2004 - 2015

Logistikregiment 46

mit:

  • Logistikbataillon 462

  • Versorgungs- und Ausbildungszentrum 463

  • ( Logistische Steuerstelle )

~ 1100

Verbände und Einheiten nach Kasernenbelegung sortiert.

( vereinfacht dargestellt )

 Wie man unschwer in den oberen tabellarischen Aufstellungen sehen kann, ist der gesamte Sachverhalt sehr kompliziert.

Vor allem für „Nicht – Insider“ nur schwer zu verstehen.

Aus diesem Grunde stelle ich die folgende tabellarische Aufstellung sehr vereinfacht dar.

Die Verbände und Einheiten werden mit ihrem zuletzt gültigen Namen benannt.

Und auch für ihre Dislozierung im Standort / Garnison Diez wird ihre letzte Kaserne genannt also, wo sie zuletzt oder jetzt stationiert sind.

Es werden nur noch die Verbände / Einheiten aufgeführt, für die Diez ein „Heimat – Standort“ war oder noch ist.

Zukünftige Verbände werden grundsätzlich nicht aufgeführt.

 

Verband / Einheit

von – bis

Stärke

Kaserne

 

Kasernen

Früher

Bemerkung

Versorgungsbataillon 156

1957 – 1969

~ 500

Schloss Oranienstein

Wilhelm – von – Nassau - Kaserne

Verlegt 1969 nach Rennerod

Artillerieregiment 5

- Stab -

1960 – 1981

~ 100

- „ -

--

Verlegt 1981 nach Idar - Oberstein

5. Panzerdivision

- Stab -

1962 – 1994

~ 150

- „ -

--

Verlegt 1994 nach Mainz

Feldjägerkompanie 5

1962 – 1980

~ 80

- „ -

--

Verlegt 1980 nach Marburg

Panzerbrigade 34

- Stab -

1994 – 2002

~ 150

- „ -

--

2002 aufgelöst

Unterstützungskommando ( WHNS ) 4 – Stab -

1994 -1997

~ 180

- „

--

1997 aufgelöst

Feldnachrichtenzentrum der Bundeswehr

1971 – heute

~ 120

- „ -

bis 1999 Freiherr – vom – Stein – Kaserne

früher: Frontnachrichtenlehrkompanie 300

Sanitätskommando 2

- Stab -

2001 – heute

~ 120

- „

--

 

Standortverwaltung

1956 – 2001

~ 150 Zivil

Sophie – Hedwig - Strasse

Freiherr – vom – Stein - Kaserne

verlegt 2001 nach Westerburg

Unteroffizierlehrkompanie

1956 – 1957

~ 150

Freiherr – vom – Stein - Kaserne

--

verlegt 1957 nach Rheinbach

Nachschubkommando 3

- Stab -

1957 – 1993

~ 70

- „ -

Schloss Oranienstein

verlegt 1993 nach Koblenz

Nachschubbataillon 310

1958 – 2002

~ 600

- „ -

- Wilhelm – von – Nassau - Kaserne

- Schloss Oranienstein

Das Btl hatte im Schnitt 5 Kp`n.

2002 ging es im Logistikregiment 46 auf

Nachschubkompanie 5

1960 – 1984

~ 130

- „ -

--

Gehörte ab 1984 zum Nachschubbataillon 310

Feldzeugregiment 516

- Stab -

1956 – 1958

~ 80

- „ -

--

verlegt 1958 nach Koblenz

Quartiermeisterkompanie 2

1956 – 1957

~ 100

- „ -

--

verlegt 1957 nach Koblenz

Feldzeugdepotkompanie 606

1957 – 1958

~ 100

- „ -

--

verlegt 1957 nach Koblenz

Nachschubbataillon 320

1967 – 1971

~ 230

- „ -

--

1971 aufgelöst

5./ Transportbataillon 370

1971 – 1993

~ 130

- „ -

--

wurde 1993 in das nach Diez verlegte TrspBtl 370 eingegliedert

4./ Transportbataillon 370

1974 – 1993

~ 130

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Transportbataillon 370

1993 – 2003

~ 500

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wurde 1993 von Hermeskeil nach Diez verlegt

Nachschubausbildungszentrum 300

1972 – 1990

~ 30 + 80

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1990 aufgelöst

Nachschubausbildungskompanie 14 / III

1960 – 1966

~ 130

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verlegt 1966 nach Mayen

Radiokompanie 991

1961 – 1962

~ 50

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verlegt 1962 nach Andernach

Radiokompanie 993

1961 – 1962

~ 50

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Logistikregiment 46

2004 – 2013

~ 1100

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mit unterstellten Verbänden und Einheiten

Fernmeldebataillon 5

1969 - 1993

~ 300

Wilhelm – von – Nassau – Kaserne

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verlegt 1993 nach Koblenz

 

 

 

 

 

 

Verteidigungskreiskommando 412

1965 – 1989

~ 30

Schöne Aussicht – Straße

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verlegt 1989 nach Montabaur

Dieser Artikel wurde in verkürzter Form im Januar 2005 in der Rhein - Lahn - Zeitung veröffentlicht. 

 

Eine Sage aus dem Kloster Dierstein, an dessen Stelle heute das Schloss Oranienstein steht.

 Die Diersteiner Nonne

Eine Klosterjungfrau, Clementia, die das Amt einer Pförtnerin im Kloster Dierstein an der Lahn bekleidete, hatte bei Gelegenheit der Fastnachtsmummerei zu Limburg einen liebenswürdigen Junker aus dem Elsaß kennen gelernt und eine solche Neigung zu ihm gefasst, dass sie, seinem Drängen nachgebend, sich entschloss, die geheiligten Mauern zu verlassen und mit ihm in seine Heimat zu entfliehen.

Doch bevor sie ihren heimlichen Abschied nahm, betete sie noch einmal vor dem Bilde der Jungfrau Maria, das im Kreuzgang des Klosters stand, und legte den Kranz, den sie bei ihrer Einsegnung als Braut des Himmels getragen hatte, vor dem Bilde nieder.

Dann eilte sie hinweg zu ihrem Junker und schnelle Rosse trugen sie gen Süden.

Nachdem sie in der Fremde die Unbeständigkeit des irdischen Glückes erfahren und manche Leiden ausgekostet hatte, sehnte sie sich wieder nach der Ruhe und dem Frieden ihres Klosters und kehrte reumütig nach Dierstein zurück.

Im Morgengrauen langte sie dort an und zog die Glocke.

Aber wie erstaunte sie, als ihr eine Pförtnerin öffnete, in der sie die hohe Gestalt des Marienbildes im Kreuzgang erkannte, welchem sie in jener Nacht die Inzeichen ihres Standes anvertraut hatte.

Sie stürzte der hoheitsvollen Erscheinung zu Füßen, diese aber sprach zu ihr: "Steh auf! Du hast viel gesündigt, und viel wird dir vergeben, weil du viel geliebt hast. Gehe hinauf zum Chor, deines Amtes zu walten, in welchem ich zwei Jahre deine Stellvertreterin gewesen, Niemand hat deine Abwesenheit bemerkt. Gehe hin und sündige nicht wieder."

Die reuige Nonne lebte von nun an fromm und gottergeben und erwarb sich die Liebe und Verehrung ihrer sämtlichen Mitschwestern, so dass diese sie mehrmals zur Äbtissin wählen wollten; sie aber lehnte stets die ihr zugedachte Würde ab.

 

Aus: Sagen des Westerwaldes; Kreisverwaltung Montabaur 1983

 

Stand:  06 / 14