Inhaltsverzeichnis:

1. Russlands Armee im Chaos -  Bettlerarmee, aber auch Supermacht.

    Die russische Armee - Ein Riese auf tönernen Füßen aber auch:

    Die Nacht der Trauer - Alltag in russischen Kasernen

    Die russische Armee - Spiegelbild der Gesellschaft

2. Eine Armee ohne Uniform - Spionage der UdSSR

3. Historie Nachschubbataillon 310

4. Historie Transportbataillon 370

5. Historie  Nachschubtruppe

6. Militärische Melder und Kuriere im Wandel der Zeit.

7. Putins „Kampf“ für ein „Groß – Russland“.

    Die Kiewer Rus – Katharina die Große – Peter der Große – Stalin - Putin

   Ein Land in Flammen?

 


1.
 
Russlandsarmee im Chaos
Bettlerarmee, aber auch Supermacht.
Die russische Armee -
Ein Riese auf tönernen Füßen
aber auch:
Die Nacht der Trauer 

Alltag in russischen Kasernen

 

 

Inhalt:

1. Wie lebt der Rekrut in der Kaserne

2. Wie ist seine Ausbildung

3. Wie sind die Unteroffiziere und Offiziere; die „Aristokratie“ der Ausbilder

4. Die russische Armee ist nur ein Schatten alter Größe

          5. Ist die russische Armee bankrott ?

 

Verwahrlostes Erbe der Sowjetunion - Inneres Gefüge - Gewaltanwendungen - Desertionen - Todesfälle - Suicide - Soldatenmütter - Materieller Missstand - demoralisiertes Offizierkorps - Fehlendes Unteroffizierkorps - Rekruten als kostenlose Arbeiter - Missachtung der Menschenwürde - "Ehrendienst" - Starre Hierarchien - Lebensbedingungen - Schmiergelder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier der Anfang der gesamten Arbeit als Leseprobe.

 

 

Dieser Abhandlung könnte man viele Überschriften geben z. B.

Russlands Armee versinkt im Chaos

Oder auch:

Kasernenalltag in russischen Kasernen

oder auch:

Die Nacht der Trauer – Ein Koloss auf tönernen Füßen.

oder auch:

Bettlerarmee und Supermacht aber auch:

Die Leiden der russischen Armee.

Am besten wäre jedoch:

Die russische Armee – Ein Spiegelbild der Gesellschaft

Alle diese Headlines treffen den Zustand der Truppen unter Moskaus Befehl.

Im Januar 1997 gab das russische Verteidigungsministerium bekannt, dass die Armee 10 Milliarden Mark Schulden hat, so dass, neben anderen Dingen z. B. kein Strom mehr gekauft werden kann um die Atomraketen beheizen zu können.

Und Anfang Februar 1997 sagte der russische Verteidigungsminister RODJONOW, dass die russische Armee wegen des Fehl finanzieller Mittel so desolat ist, dass das Raketenpotential und die atomaren Systeme fast nicht mehr kontrollierbar und wegen der defekten Steuerungsanlagen nicht mehr einsatzbereit sind und vielerorts die Soldaten auf den Straßen betteln gehen, um in ihren Kasernen nicht zu verhungern.

Nach neuesten Erkenntnissen sind nur noch 25 % der, für eine Armee notwendigen Ausrüstung und des Materials, einsatzbereit.

So schuldet der Staat den Rüstungsbetrieben über eine Milliarde Mark.

Das führt dazu, dass die Betriebe der Armee nichts mehr liefern.

Die russische Armee ist so bankrott, dass die Landstreitkräfte 1999 nicht einen neuen Panzer kaufen konnten.

Und von etwa 80 Divisionen sind nur noch etwa 20 einigermaßen einsatzbereit.

Und lediglich 7 Divisionen können in ständiger Bereitschaft gehalten werden.

 

 

 

 

( Diese Arbeit ( etwa 4 MB ) können Sie sich, lieber Interessent, als PDF - Datei  herunterladen in dem Sie auf:

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Sie kann aber auch ( gegen den Druck- und Briefmarken - Kostenbeitrag ) bei mir angefordert werden.

Und, ehrlich gesagt, sie ist sehr aufschlussreich und interessant.

Quellen- und Literaturverzeichnisse beim Verfasser

 

Stand: 03 / 2006


                                                                                             2.

 

Eine Armee ohne Uniform

 Mit welchen Methoden Moskau die Welt unterminierte

( und es auch heute noch immer wieder versucht )

 Ein Bericht über die sowjetische Spionage während der .Zeit des „ Kalten Krieges.“

( Auswahl - Vorausbildung - Ausbildung - Spezialausbildung der Agenten  Einsatz von Agenten )

 ( Es können hier nur einige wenige Beispiele und Informationen aufgezeigt werden. )

 

„Kein Sowjetbürger überschreitet jemals die Grenze seines Landes als Privatmann. Es gibt keine sowjetischen Touristen. Wo auch immer Sowjetbürger, egal ob Russen oder einer anderen Nationalität in Botschaften, Konsulaten, Handels- und Kulturdelegationen tätig sind - sind sie Geheimagenten, sogar in Sportmannschaften.“

So Jurii Rastworow, ein ehemaliger Beamter der sowjetischen Botschaft in Tokio.

 

 Die meisten Menschen der westlichen Welt wussten zwar, dass sowjetische Spione immer und überall, bei Tag und bei Nacht am Werke waren, aber sie verdrängten die Gefahr aus ihrem Bewusstsein.

Erst dann, wenn sensationelle Enthüllungen Schlagzeilen machten und die internationalen Medien füllte wurde allen für einen kurzen Moment bewusst, dass auch ihr eigenes Land Zielscheibe subversiver Tätigkeiten wurde.

Moskau plante auch nicht nur für einen „Kurzspionageeinsatz“ sondern die Planungen waren immer auf die ferne Zukunft ausgerichtet.

Und wenn man glaubt, dass sich am Verhalten Moskaus besonders viel geändert hat, der irrt.

An der Grundart hat sich nur sehr wenig geändert. Nur das Ziel ist ein anderes geworden.

War das Ziel zur Zeit des „ Kalten Krieges bis etwa 1985 „eine hauptsächlich „ Militärisch ausgerichtete Spionage“ so hat sich der Schwerpunkt heute auf eine „ Zivil - industriell ausgerichtete Spionage verlagert.

Besonders die Zeit von 1985 - 1990 stand stark im Zeichen von Industriespionage.

Im Sinne der KSZE fanden, wenn auch meist von westlicher Seite einseitig durchgeführt, Austausche von Wissenschaftlern statt.

Heute ist bekannt, dass grundsätzlich alle sowjetischen und osteuropäischen Wissenschaftler Agenten waren.

Das Interesse an militärischem Wissen ging jedoch nicht gänzlich verloren.

Der alte Kernspruch: „ Für jeden verlorenen Agenten müssen zehn neue und bessere die entstandene Lücke füllen“, scheint nach heutigem Wissen immer noch seine Gültigkeit zu haben.

Jeder Einzelerfolg aber auch jede Entdeckung eines Agenten veranlasst die Spionageführung, ihre Methode weiter zu vervollkommnen.

Und es darf nicht vergessen werden, die Spionagemethoden Moskaus können auf eine fast 90 jährige Erfahrung  zurückblicken.

Die Tscheka ( später auch: NKWD oder auch dann KGB ) so der erste Name des sowjetischen Geheimdienstes, wurde  1917 gegründet.

Aber auch noch nach 1995 schlafen die Spionageversuche nicht.

So hat die deutsche Spionageabwehr bis zum April 1995     165 russische Profi - Agenten enttarnt.

Sie sind wie eh und je Angehörige von russischen Konsulaten, sind Firmenvertreter, Wissenschaftler, Künstler und auch Journalisten.

Das, was in den weiteren Ausführungen folgt ist so unglaublich, dass es schwer fällt, diese Ausführungen als Tatsachen hinzunehmen.

 

 1. Die Auswahl der zukünftigen Spione

 Verantwortlich für den sowjetischen Geheimdienst war die „Hauptzentrale“ in Moskau. ( siehe Karte ).

Seitdem es einen sowjetischen Geheimdienst gab bestand eine Grundregel darin, bei der Auswahl der zukünftigen Spione Weitsicht und Langzeitsicht walten zu lassen.

Eine Auswahl fand grundsätzlich immer unter „kapitalistischen Gesichtspunkten„ statt, aber angeworben wurden nur 100 % tige Kommunisten.

Jeder Parteiorganisationsleiter ( ParteiOrg ) in den einzelnen Zellen der kommunistischen Partei in der ganzen Sowjetunion war strengstens angewiesen, so weit als nur möglich lückenlose Einzelheiten über das Privatleben jedes einzelnen Genossen festzustellen.

Alles wurde festgehalten: Privatleben, Verhalten der Verwandten, Gewohnheiten der Bekannten und Freunde, Liebhabereien, seine Fähigkeiten, seine Schwächen und Stärken.

Besonders seine Loyalität gegenüber der kommunistischen Partei und die Zuverlässigkeit innerhalb der Parteiarbeit wurde ständig beobachtet.

Fiel ein Parteimitglied, egal ob Mann oder Frau, besonders positiv aus dem Rahmen, wurden durch übergeordnete Parteistellen die Berichte von voneinander unabhängigen Stellen mehrfach überprüft.

Bei einer positiven Entscheidung fand eine weitere Überprüfung der Berichte vor dem Kaderausschuss der Partei statt. Erst dann wurde die Namensliste der Personalabteilung der Moskauer Geheimdienstzentrale zugeleitet.

Die Listen der „gesiebten Parteigenossen“ wurden dann von der Personalabteilung an den „KGB„ ( sowjetische Geheimpolizei ) weitergeleitet, um eine erneute Beurteilung durch Spezialfahnder einzuholen.

Die Geheimfahnder stellten dann zuweilen dem „Aspiranten“ eine Falle, um seine Zuverlässigkeit gegenüber dem Staat zu überprüfen.

Erst wenn der KGB eine Aufnahme in die Spionagelaufbahn empfohlen hatte, wurde der „Aspirant“ ( ohne sein Wissen ) für eine Einstellung in Betracht gezogen.

Bis jetzt wurde der „Aspirant“ fünf Mal von verschiedenen Stellen überprüft und daran kann man ersehen, wie sorgfältig eine Person für eine Ausbildung zum Spion ausgesucht wurde. Bisher wussten die „Aspiranten“ überhaupt nichts davon, dass sich die verschiedensten Stellen der Mühe unterzogen hatten, restlos alles über ihn herauszufinden.

Erst nach der letzten Überprüfung durch den KGB und einem positiven Bescheid wurde ihm von seinem Parteiorganisationsleiter eröffnet, dass die Partei ihn für eine Spezialschulung ausgewählt hatte. Für welche, wurde ihm nicht gesagt.

Dem „Aspiranten“ war es nicht möglich, dieser Auswahl aus dem Wege zu gehen.

Die erste Station zu der Ausbildung zum Spion war immer die: MARX - ENGELS - SCHULE in Gorkij, 500 km ostwärts Moskaus.

In ihr erfolgte nur eine grundlegende Unterweisung. ( siehe Karte )

 

 2. Grundlegende Unterweisung

 Die Schule in Gorkij ( siehe Karte ) war von einer hohen Mauer umgeben, die an der Innenseite von bewaffneten Posten des Staatssicherheitsamtes überwacht wurde.

Die Eingänge konnten nur mit einem Sonderausweis passiert werden.

Kam der „Aspirant“ an die Schule, musste er alle seine persönlichen Papiere und Ausweise abgeben. Dann musste er einen Fragebogen ausfüllen der mit denen verglichen wurde, die er schon bereits bei den fünf Vorüberprüfungen ausgefüllt hatte. Nur die „Aspiranten“ deren Fragebogen keine Abweichungen aufwies, kamen zu einer Aufnahmeüberprüfung, die eigentlich nur aus der Überprüfung des Allgemeinwissens bestand.

Für die, die diese Aufnahme bestanden hatten, schloss sich ein viermonatiger Elementarlehrgang an, in dem lediglich nur die „Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung“ und die „Geschichte der kommunistischen Partei der Sowjetunion“ gelehrt wurde. Er sollte in der kommunistischen Ideologie geschult werden und lernen, in einer klassisch - bolschewistischen Art zu denken. ( Bolschewist: revolutionärer, marxistischer Kommunist )

Untergebracht waren die „Zöglinge“ in Schlafsälen für 20 - 40 Personen.

Das Privatleben war zu Ende. Kein Ausgang, kein Verlassen des Schulgeländes, zensierter Schriftverkehr und der nur über Deckadressen. Das Anknüpfen von persönlichen Freundschaften und Beziehungen war nicht erlaubt.

Der Tag begann um 07.00 Uhr mit dem Wecken und endete um 22.30 Uhr mit dem Lichtlöschen. Der Tagesdienstplan musste und wurde minutiös durchgeführt und eingehalten.

Die „Aspiranten“ wissen immer noch nicht, dass sie zu Spionen ausgebildet werden sollen. Diese Vorauswahl / Vorgrundausbildung dauerte etwa ein halbes Jahr.

 

 3. Die praktische Ausbildung

 Nach der Schlussprüfung des Grundlehrgangs werden die Studenten von Gorkij nach Werchownoje, etwa 150 km von Kasan entfernt ( 850 km ostwärts Moskau ) verlegt. ( siehe Karte )

Dort in der LENIN TECHNISCHE FACHSCHULE erfolgte in einem 12 monatigen Lehrgang die : Praktische Ausbildung.

Diese Schule ist nur über eine Privatstraße zu erreichen. Der Schulkomplex erstreckt sich über mehrere Quadratkilometer und ist von einer hohen Ziegelsteinmauer umgeben. Auch hier sind die „Aspiranten" in großen Schlafsälen in den oberen Stockwerken untergebracht.

In dieser Schule gab es Klubräume und auch Filmsäle.

Die Hausordnung ist streng militärisch aufgebaut. Alle Instruktoren trugen die Uniform der Truppen des Innenministeriums.

Die zukünftigen Spione wussten immer noch nicht, dass sie sich in einer Geheimdienstschule befinden. Briefverkehr mit der Familie war nur über eine Deckadresse möglich.

Der Lehrgang begann für Männer und Frauen immer mit einem vierwöchigen Kursus körperlichen Trainings.

Erklettern von Steilhügeln, Mauern. Überwinden von Eskaladierwand - springen aus beträchtlicher Höhe - Überwinden von Gewässern, Sümpfen und schwierigen Bergpfaden - Marsch über große Entfernungen mit schwerem Gepäck.

 

Danach folgte ein zweiwöchiger Lehrgang in Selbstverteidigung.  Dazu gehörte, auch für Frauen, Boxen und Ringen.

Die nächste Phase bestand aus einem fünfwöchigen praktischen Lehrgang zur Bedienung und zum Umgang von Feuerwaffen und Sprengmitteln.

Ausbildung zum Scharfschützen an Revolver, Pistole, Maschinenpistole und Gewehr. Gebrauch von Explosivstoffen bei Sabotageakten. Sprengung von Brücken und Gebäuden - Verwendung von Dynamit und TNT - Herstellen von Behelfsbomben - Sprengen von Safes, Panzertüren und Schlössern, aber auch Entschärfen von Sprengkörpern.

Der letzte Teil dieses Lehrgangs war eine ausführliche Ausbildung im Herstellen und Gebrauch von Kleinstsprengmittel, wie sehr kleine Feuerzeuge, Zigarettenschachteln, Bücher, Füllern oder Taschenlampen.

Außerdem erhielten sie eine Ausbildung in der Technik Getränke, Schokolade, Lebensmittel, Zigaretten und Zigarren zu vergiften oder mit Drogen zu versehen.

Es folgte eine Ausbildung im Fernmeldedienst. anzapfen von Fernsprechleitungen - Anbringen von Haftmikrophonen in Wohnungen und Büroräumen.

Es folgte für einen Monat eine Ausbildung in Spezialfernmeldedienst. Abhören von Telephonaten - Manipulieren von Telephonen - Zurechtschneiden und fälschen von Bandaufnahmen, („Mischpulttechnik„)-Gebrauch von Kleinsttaschentonbandgeräten - Bedienung von Funksende- und Empfangsgeräten - Ver- und Entschlüsseln von Funksprüchen.

Es folgte eine Sonderausbildung in Gebrauch der Phototechnik.

Hier vor allem der Gebrauch von Mikrokameras - Photographieren von Briefen, Dokumenten - Entwickeln von Bildern - Herstellen von Filmmikropunkten -Fälschen von Aufnahmen ( Fotomontage ) - Retuschieren von Bildern - Kennen und Bedienung ausländischer Kameras.

Am Ende der zwölfmonatigen Ausbildung stand eine Abschlussprüfung die sich über eine Woche erstreckte.

Selbst wenn die Prüfung bestanden wurde ist der „Aspirant“ noch lange nicht in eine Spionagelaufbahn eingesteuert. Erst die Ergebnisse der ausgewerteten Wochenberichte entscheiden dann über die spätere Geheimdienstlaufbahn.

Für die Zeit der Auswertung wurden die „Aspiranten“ für einen Monat in ein staatliches Erholungsheim in „Isolationsferien“ geschickt. ( Kaukasische Berge ) Dort erwartete sie dann die Entscheidung des Auswahlausschusses der  Geheimdienstzentrale über ihre Zukunft.

 

4. Fortsetzung der ersten Ausbildungsabschnitte

 Ein „Aspirant“, der die Abschlussprüfungen an der MARX - ENGELS - SCHULE in Gorkij und an der LENIN - TECHNISCHEN - SCHULE in Werchownoje bestanden hatte, waren noch lange nicht in der Auswahl für die weitere Auswahl zum Spion.

Viele von ihnen landeten früher oder später in der Parteizellenorganisation ohne je erfahren zu haben, dass sie ursprünglich „Spionageanwärter“ waren.

Nur die, die beim Auswahlausschuss geeignet erschienen für den Auslandsdienst“ begannen ihre Einarbeitungszeit bei der Moskauer Geheimdienstzentrale. ( etwa 65 % )

 Die Geheimdienstzentrale bestand aus drei Direktoraten.

 

1.    Erstes        Direktorat      ( Auslandsdirektorat )

 Erste   Abteilung:

 ·      Lenkte den Einsatz aller sowjetischen Geheimagenten.

·       Leitete das sowjetische Spionagenetz in der ganzen Welt.

·       Forderte von den jeweils örtlichen Geheimagenten die gewünschten Informationen.

·       Nahm die eingegangenen Berichte der jeweils örtlichen Geheimagenten entgegen.

 

 Zweite  Abteilung

 ·      War das Kontrollorgan des gesamten Spionageapparates im Ausland.

·       Wählte die Agenten aus.

·       War für die Organisation des Spionagenetzes verantwortlich.

·       Wies den Agenten ihr Tätigkeitsfeld zu.

     ( Egal wo:  Sowjetbotschaften - Konsulaten - Missionen -               Handelsdelegationen -    Sportdelegationen Militärattachés - `“Stille Agenten“ ( Maulwürfe ) )

·     War zuständig für die Verbindung zwischen den im Ausland tätigen Agenten und der zuständigen Stelle     in  der Zentrale n Moskau

 

 Dritte Abteilung

 ·      War zuständig für die Beschaffung von „echten Identitäten“ für Agenten

·      ( Maulwürfe ) im Ausland.

·      War verantwortlich für einwandfreie Personalpapiere.

·      War zuständig für alle Desinformationen und Fälschungen

 

 Vierte Abteilung

 ·      War zuständig für das Transportwesen. ( Einschleusung )

·    Sorgte bei Notwendigkeit für das „sichere Entkommen der Agenten bei der Gefahr der Entdeckung“.

 

1.    Zweites      Direktorat      ( Direktorat der Staatssicherheit )

 ·      Warb an, trainierte und beschäftigte Berufsmörder und Saboteure.

·      Organisierte Entführungen, Morde und Terrorakte

·      War zuständig für die Überwachung aller Sowjetbürger die sich im Ausland befanden.

      (   Diplomaten -        Beamte - Handelsdelegationen - Sportler und der im Ausland eingesetzten  und tätigen Agenten  ( Ausspionieren der Spione )

 

1.    Drittes       Direktorat      ( Direktorat für Gegenspionage )

 ·      War zuständig für den Schutz der sowjetischen militärischen und strategischen Geheimnisse

·      War zuständig für die militärische und strategische Spionage im Ausland.

·      ( Spezialspionage )

 

 Die Einarbeitungszeit in der Moskauer Geheimdienstzentrale dauerte am allgemeinen ein Jahr. Dort bekamen sie auch ausländische Zeitungen zur Auswertung und mussten sich so mit den Lebensverhältnissen in den fremden Ländern vertraut machen.

Bis jetzt hat die Grundausbildung zum Agenten etwa Zweieinhalb Jahre gedauert.

 

 5 .    Ein makabres Spiel

 Nach den zweieinhalb Jahren Grundausbildung wollte die Leitung der Moskauer Geheimdienstzentrale wissen, inwieweit die „Spionageaspiranten“ einer „Sonderbehandlung“ standhalten.

Die Moskauer Spionageausbilder taten alles um sich zu vergewissern, ob der Widerstand irgendeines Schülers gebrochen werden konnte.

Wie ging das vor sich ?

 Urplötzlich, ohne Vorankündigung, wurden die Kandidaten, zeitlich unabhängig von einander, „verhaftet“.

Sie erfuhren weder einen Grund, noch erhielten sie Hinweise darauf, warum sie „verhaftet“ wurden.

In einem Verhörraum wurden dann gegen sie Verhörmethoden „verschiedenen Grades“ angewandt.

(Stundenlanges Stehen: Gesicht gegen die Wand, Hände hinter dem Genick verschränkt. Verhöre mit Scheinwerfer in`s Gesicht.

Pausenlose Verhöre mit Wechsel des Verhörenden. Vorhaltungen: er sei ein ausländischer Agent. Anbrüllen - Versprechungen. Sogar Androhung von Erschießen ohne Gerichtsverhandlung. Gehirnwäsche. )

Es ist doch logisch, dass durch diese „Verhaftung“ ein ungeheuerlicher psychologischer Druck bei dem 100 % ig überzeugten Bolschewisten / Kommunisten entstand.

Erst nach 24 - 36 Stunden wurde das „Spiel“ abgebrochen und die gequälten Agentenkanditaten wurden über den Testcharakter informiert.

Vor der „Freilassung“ wurde dann jeder Einzelne verpflichtet, diese Schulung als ein „geheiligtes Geheimnis“ zu bewahren.

Erst jetzt begann für die Kandidaten die eigentliche Ausbildung.

Sie dauerte etwa Zehn Jahre.

 

6. Die Spezialausbildung in der Spionageschule GATSCHINA.

 Die Schule lag etwa 170 km südostwärts von Kuibyschew. ( siehe Karte )

Das Ausbildungs - und Schulgelände umfasste etwa 900 Quadratkilometer. ( 30 km  x  30 km ) Ohne Erlaubnis konnte niemand auch nur in die Nähe von Gatschina gelangen.

Das gesamte Gebiet war von Spezialeinheiten des Staatssicherheitsdienstes bewacht, die die eigentliche Grenze des Gebietes in einer zusätzlichen Entfernung von 50 km hermetisch abriegelten.

Dieses Gebiet war auf keiner noch so genauen Landkarte verzeichnet, es existierte einfach nicht.

Wenn die „Aspiranten“ per Flugzeug in Gatschina ankamen „waren sie nicht mehr in Russland“  sondern befanden sich im „Ausland.“

Dieser Ort war zuständig für die Ausbildung zum Agenten in den „englisch sprechenden kapitalistischen Ländern.“

Sie legten auch sofort ihre russischen Namen ab und bekamen „englische“ Namen. Und da sie während der Grundausbildung „Englisch - Sprachkurse“ hatten, durften sie ab sofort auch nur noch „englisch“ sprechen.

Sie begannen also sofort eine neue Identität zu bekommen.

Für die nächsten zehn Jahre würden die Kandidaten ihr „Ausbildungsland“ nicht mehr verlassen.

Am Ende der Ausbildung hieß z. B. der ehemalige „Spionageaspirant“ nicht mehr Oberst Iwan Iwanowitsch, sondern war Rudolf Abel.

Dieser sowjetische Superagent wurde 1957 in New York verhaftet.

Sein Weg führte ihn nach dem 2. Weltkrieg zuerst nach Kanada und dann in die USA, wo er neun Jahre die sowjetische Spionage leitete.

Um jedem „Spionageaspiranten“ die beste Ausbildung angedeihen zu lassen, war Gatschina in verschiedene „Länder“ unterteilt, in denen sie nach ihrer 10 jährigen Ausbildung zum Einsatz kommen sollten.

 

 

·      Nördlicher Teil:                             Sektion für Kanada

·      Nordwestlicher     Teil:                Sektion für Nordamerika

·      Nordostwärtiger Teil:                  Sektion für Großbritannien       ( 100 km ² )

·      Südlicher   Teil:                            Sektion für Australien - Neuseeland - Indien - Südafrika

 

Jede Sektion war von einander unabhängig und vollständig getrennt.

Jeder Teil von Gatschina war ein getreues Abbild des späteren Einsatzlandes.

Straßen - Gebäude - Häuser - Geschäfte - Wirtschaften - Bars - Hotels - Pensionen und andere landestypische Einrichtungen waren so aufgebaut, wie in der englisch sprechenden Welt.

In den Geschäften gab es die originalen Waren wie im späteren Einsatzland und es wurde auch mit der Landeswährung bezahlt.

Die Kandidaten / - tinnen „wohnten“ in Pensionen, Hotels oder „angemieteten“ möblierten Wohnungen.

Als Gehalt erhielten z. B. die Kandidaten der „Englischen Sektion“ wöchentlich etwa 25 Pfund Sterling.

Davon mussten sie ihren „Lebensunterhalt“ ( Miete - Bekleidung - Ernährung e. t. c. ) begleichen.

Sie lebten wie in England. Lernten Linksverkehr, wann Teatime ist, wie man den Tee zubereitet und was man dazu reicht und wie man sich dabei benimmt.

Auch dörfliches Leben wurde ihnen beigebracht. Sie saßen im Dorfkrug und besuchten die typisch englischen Tanzveranstaltungen. Die „zukünftigen Engländer“ begannen ihren Tag mit einem typischen Mehlspeisefrühstück, Schinken und Ei, Toast, Marmelade und Tee.

Dann fuhren sie mit dem Doppeldeckerbus zum Unterricht.

Das Leben im „englischen Gatschina“ richtete sich in allen Einzelheiten nach dem Lebensstil in Großbritannien. Der Kandidat wurde somit langsam zu einem typisch echten Engländer.

Die sowjetische Botschaft in London berichtete regelmäßig über die Preisbewegungen in Großbritannien, worauf dann in Gatschina in den jeweiligen Geschäften auch die Preise geändert wurden.

Die ersten fünf Jahre dienten fast ausschließlich der reinen Sprachausbildung.

Größtes Gewicht wurde dabei auf das Erlernen des Landesakzentes und die richtige, landestypische Konstruktion der Sätze gelegt. Die „Aspiranten“ hörten englischen Rundfunk, lasen englischsprachige Zeitungen und sahen sich englischsprachige Filme an um gerade durch sie die Ausdrucksweise genau zu lernen.

Wer waren eigentlich die Ausbilder und Lehrer der Kandidaten ?

Als Sprachlehrer und als Ausbilder für das spätere Leben im Einsatzland fungierten fast ausschließlich sorgfältig ausgewählte Kommunisten, die ihr kapitalistisches Heimatland aus ideologischen Gründen verlassen hatten.

So waren auch die „Hausvermieterinnen“ - Omnibusfahrer - Taxifahrer - Verkäufer - Ärzte e. t. c. ehemalige Staatsangehörige des späteren Einsatzlandes des Spionagekandidaten.

Als sie irgendwann einmal Gatschina betraten um ihre Loyalität zum Kommunismus zu zeigen, legten sie auch ihre ehemalige Freiheit ab, denn sie durften Gatschina nie mehr verlassen. ( Außer auf den Friedhof.)

 Die sowjetischen Behörden schenkten ihren ausländischen Genossen niemals volles Vertrauen.

 

7. Spezielle Ausbildung

 Wie schon erwähnt, durchliefen die „ Aspiranten „ in den ersten fünf Jahren eine so genannte „angelsächsische Eingewöhnungszeit.“

Neben dieser „ angelsächsischen Erziehung „ erhielten die Schüler eine spezielle Erziehung wie Schulkinder und Studenten in Amerika, Großbritannien, Australien e. t. c.

Sie besuchten Vorlesungen über Geschichte und Allgemeinbildung ja, sie erwarben sogar akademisches Spezialwissen und die dafür notwendigen Titel.

Eine weitere spezielle Sonderausbildung erfolgte in einer „militärischen Abteilung.“

Studieren und Kennenlernen der ausländischen Uniformen, Dienstgrade, Orden und auch Waffen.

Das Gleiche bei der Polizei, Feuerwehr, Post, Bahn e. t. c.

Auch mussten sie die angelsächsischen Sportarten nicht nur kennen, sondern auch teilweise selber lernen. ( Baseball - Krikett - Polo - Golf - Tennis e. t. c. )

Eine sehr gründliche Ausbildung bekamen sie im „Kaufmännischen Bereich“ da sie bei ihrem späteren Einsatz im Spionageland meist als seriöse Geschäftsleute auftreten sollten.

Sie mussten Schreibmaschine, Steno und auch Buchführung lernen und mußten, wenn sie technisch ausgebildet waren, die technische Terminologie kennen.

Selbst ein Grundwissen der angelsächsischen Gerichtsbarkeiten wurde ihnen beigebracht.

Kurzum, nach den 10 Jahren waren sie „ englisch - amerikanisch - australisch - e. t. c. geworden.

 

8.      Superspezialausbildung für den Auslandsspionagedienst

Nach den ersten fünf Jahren erhielten die „ Aspiranten „ eine Superschulung für den eigentlichen Auslandsspionagedienst.

Umfassende Aus - und Weiterbildung im Ver - und Entschlüsseln sowie in der Rufzeichentechnik gehörten einfach zur Tagesordnung.

Sieben Schlüssel - und Rufzeichensysteme mussten die Kandidaten beherrschen.

Die sowjetischen Schlüssel - und Rufzeichensysteme waren nicht nur fast narrensicher, sondern auch kaum von den westlichen Geheimdiensten zu knacken. ( sofern man nicht das Schlüsselwort hatte )

Nur ein Beispiel.

Das Schlüsselwort heißt „ ALMA.“ Es galt nur für die 1. Meldung.

Am Ende der 1. Meldung ordnete der Agent an, welcher Schlüssel für die nächste Meldung zu nehmen ist.

Also verschlüsselte Moskau die nächste Anordnung nach diesem angeordneten Schlüssel.

Nach der „ Schlüsselausbildung „ erfolgte eine intensive Funkausbildung und eine Ausbildung in der Mikropunkttechnik.

Die Ausbildung erfolgte als reiner Drill.

Beträchtliche Zeit wurde für die Ausbildung verwandt, harmlose Gegenstände des Alltags ( z. B. Zahnbürste - Weckuhren - Schuhsohlen ) als Verstecke für Mikrofilme zu präparieren. So lernten die „ Aspiranten „ z. B. auch, wie man richtig Absätze oder Schuhsohlen erneuerte.

Während dieser Spezialausbildung lernten sie auch, wie man auf psychologische Art im Spionageland ohne aufzufallen Informanten ausfragte und sie, wenn sie interessant waren, auch als „ Unterspione „ rekrutierte.

Damit die späteren Agenten psychologisch immer unter Druck blieben wurde ihnen immer wieder eingetrichtert, daß auch sie immer und überall, also auch während ihres späteren Einsatzes im Ausland, von „ Aufpassern „ überwacht werden.

Zum Ende der Ausbildung mussten die „ Aspiranten „ ein schwieriges Endexamen ablegen, das drei Wochen dauert.

Die Prüfungskommission, der Sachverständige aller Fachgebiete angehörten, entschieden dann, ob der Kandidat für ein bestimmtes Land einsatzbereit war.

Die eigentliche Beurteilung, ob ein Spionagekandidat seine „ neue „ Nationalität endgültig annehmen konnte entschieden Prüfer, die ehemalige Bürger des betreffenden Landes waren und aus ideologischen Gründen in die UdSSR emigrierten.

Bekannt als Prüfer für den „ englischen Raum „ waren: Melinda Maclean, Ehefrau des desertierten britischen Diplomaten Donald Maclean und Bernon Mitchel, ein ehemaliger amerikanischer Chiffrierbeamter.

Nach der Examensprüfung blieben die zukünftigen Agenten solange in Gatschina, bis sie durch die Moskauer Zentrale in ihr „ Geburtsland „ eingeschleust wurden um dort als „ Maulwürfe „ zum Einsatz zu kommen.

 

9.      Weitere Ausbildungsstätten

 Für die Ausbildung von Agenten für die übrige Welt unterhielten die Sowjets weitere Agentenschulen, wenn sie auch nicht die Größe von Gatschina hatten.

Die Ausbildungsarten - und Methoden waren jedoch die Gleichen wie in Gatschina.

Im Westen der Sowjetunion lag die Spionageschule Prakowka.

Das Schulgelände war ca. 350 km ² groß.

Auch dieses Gelände war hermetisch von der Außenwelt abgeschnitten.

Diese Spionageschule beherbergte die Sektionen für:

 

·     Nördlicher                  Teil: Norwegen - Schweden - Dänemark - Finnland.

·     Südwestlicher           Teil: Niederlande

·     Südlicher                    Teil:  Österreich - Schweiz

·     Südostwärtiger         Teil:  Deutschland

 

In Stiepnaya, 160 km südlich von Schkalow, lag die Spionageschule für die:

Lateinischen Länder.

 ·     Nördlicher                    Teil: Spanien

·      Nordwestlicher           Teil:  Frankreich

·      Nordostwärtiger         Teil: Italien

·      Südlicher                      Teil:  Mexiko - Portugal - Brasilien - Argentinien

 

In Wostotschnaja, 150 km südostwärts von Chabarowsk, lag die Schule für:

 ·     Asien - Vorderer Orient

 

 In Nowaja, 130 km südlich Taschkent, lag die Schule für:

 ·     Afrikanische Länder

 So unglaublich es auch klingt, der sowjetische Geheimdienst baute auch in seinen Satellitenländern ein Agentennetz auf.  So misstraute er seinen eigenen „ Freunden.“

Die Sowjetspione die für die Spionage in den „ roten Satellitenländern „ bestimmt waren, wurden fast genau so gründlich geschult.

Allerdings dauerte ihre Ausbildung nicht so lange.

Die Schule lag in Sojusnaja, 130 km südostwärts von Tula, und war etwa 350 km ² groß.

Auch hier existierten für alle Satellitenländer eigene Sektionen.

 

       Nördlicher                 Teil:            Polen

·      Nordwestlicher        Teil:            Tschechoslowakei

·      Nordostwärtiger      Teil:            Bulgarien

·     Südwestlicher           Teil:            Ungarn

·     Südlicher                    Teil:            Rumänien

·     Südostwärtiger         Teil:            Jugoslawien - Albanien

 

In Kytaiskaja, 130 km südlich Irkutsk, lag die Spionageschule für:

 ·     China - Mongolei - Korea.

 

Hier befanden sich nur „ Aspiranten„   asiatischer Abstammung.

 Für die Heimatspionage gab es eigene Spionageschulen, die nichts mit den Schulen für die Auslandsspionage zu tun hatten. Die Agenten die in diesen Schulen ausgebildet wurde, kamen auch nie im Ausland zum Einsatz.

 Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich ein Spionagebeispiel bringen, das mit der „ Alten „ Bundesrepublik zu tun hat. Es ist zwar schon ein wenig älter, aber mit dem Beispiel möchte ich die typische Arbeitsweise aufzeigen.

 

10. Ein Büro für Sekretariatsdienste - Der Fall „ Marianne „.

 Eine besonders hervorragende Meisterspionin war „ Marianne „.

„ Marianne „ , in Wirklichkeit hieß sie: Nadieschda Mikailowna Makariewa, war in Charkow als Tochter eines kommunistischen Gewerkschaftsfunktionärs geboren.

Im Alter von 21 Jahren wurde sie von ihrem Parteizellenleiter als eine geeignete Kandidatin für eine „ besondere Ausbildung „ empfohlen.

Sie wurde erst in GORKI an der Marx - Engels - Schule, dann in WERCHOWNOJE an der Lenin Technischen Schule ausgebildet und landete dann in PRAKOWKA ( Minsk ) und wurde dort der Sektion für die Bundesrepublik zugeteilt.

Sie bekam die Agenten - Kennummer: 472903 / 018 P.

Nach ihrer zehnjährigen Ausbildung legte sie das Abschlussexamen mit den allerbesten Noten ab.

Sie wurde nach Ost - Berlin geschickt und „ ging „ von dort aus mit den bestens gefälschten Personalpapieren „ nach einem Tagesausflug „ nach West - Berlin „ zurück „.

Ihr Auftrag: Wohnung nehmen in West - Berlin und wenn sie dort Fuß gefasst hat und sich in die westlichen Lebensverhältnisse eingewöhnt hat, übersiedeln nach Frankfurt / Main.

Da sie sehr attraktiv war, hatte sie bald einige Verehrer und damit Verabredungen. Etwa ein halbes Jahr später siedelte sie nach Frankfurt um und meldete sich auch pflichtgemäß beim Einwohnermeldeamt an.

Dann eröffnete sie in einem neuen Häuserblock ein Büro für Sekretariatsdienste. Hintergrund auch: Niemandem würde es auffallen, dass sie in ihrem Büro eine umfangreiche phototechnische Ausrüstung hatte.

Nach dem sie mit und durch ihre einwandfreie Arbeit bekannt geworden war, durchleuchtete sie eine Namensliste, die Moskau ihr zwischenzeitlich überspielt hatte, wen sie zu potentiellen Informationsmitarbeit gewinnen könnte. ( Rekruten )

So fand sie einen ehemaligen Nationalsozialisten ( Hitlerzeit ) auf Grund der Liste in ihrem schon aufgebauten Bekannten - und Geschäftskreis, der aber seine ehemalige Parteizugehörigkeit bisher verschwiegen hatte.

Dieser Mann, nennen wir ihn Herr G., hatte eine gehobene Stellung in einem Rüstungsbetrieb.

Sie nahm sich vor, Wissenserpressung und das Angebot von hohen Geldbeträgen als „ Köder „ zur Mitarbeit zu kombinieren.

So gelang es ihr auf Grund ihres Wissens um seiner früheren Nazi - Zugehörigkeit, gepaart mit und durch ihre Attraktivität ( Bettgeschichte ),“ihm klar zu machen“, dass eine zukünftige Mit - und Zusammenarbeit „in seinem eigenen Interesse“ läge.

Ohne Umschweife forderte Marianne ihn auf, ihr Dokumente, Lichtpausen, Kopien e. t. c.  und alles, was als GEHEIM eingestuft war, zu liefern. Als er ablehnte eröffnete sie ihm, dass sie den deutschen Behörden den Beweis liefern kann, dass er in Frankfurt unter falscher Identität lebe und in Wirklichkeit ein gesuchter Nationalsozialist sei.

Und Herr G. lieferte als erstes sofort ein Geheimdokument über die Steuerungsweise einer Fernlenkwaffe.

Ein Kurier brachte den in einen Mikropunkt umgewandelten Geheimbericht in einem Rasierpinselgriff versteckt, über West - Berlin nach Ost - Berlin, von wo aus er weiter nach Moskau gebracht wurde.

Nach nur sechs Monaten in Frankfurt lief „ ihr „ Geschäft schon ausgezeichnet.

Über ihren Herrn G. weitete sie ihren Bekanntenkreis auf amerikanische Kreise aus.

Und zum gleichen Zeitpunkt beschloss sie auch, ihre „Arbeit“ ebenfalls getarnt als Sekretariatsbüro, auf West - Berlin auszudehnen, was ihr auch, mit den gleichen Mittel wie in Frankfurt, auch gelang.

Über die Arbeit des Herrn G. kam ihr schließlich der deutsche Geheimdienst auf die Schliche was sie jedoch ahnend bemerkte, so dass sie sich gerade noch rechtzeitig vor ihrer Verhaftung über West - Berlin / Ost - Berlin absetzen konnte.

Drei Jahre konnte sie unbemerkt arbeiten, drei Jahre lieferte Herr G. an Marianne „ Geheimmaterial.“

Herr G. wurde zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt.

Woher die Erkenntnisse und das Wissen stammen ?

Marianne hat es ohne Angst zu haben Herrn G. erzählt.

 

11.    Schluss

 Bevor ich zum Schluss komme, noch ein sehr makabres Beispiel der sowjetischen Spionagetätigkeit und ihrer Begleitumstände.

In der Bundesrepublik lebte 1978 der bulgarische Systemkritiker Georgi Markow, der mit allen möglichen propagandistischen Mitteln das kommunistische System des bulgarischen Staats- und Parteichefs Todor Schiwkow, bekämpfte.

Der bulgarische Geheimdienst wollte daher Markow liquidieren, es fehlten ihm jedoch die technischen Mittel dazu.

Diese lieferte auf Ersuchen der Bulgaren der sowjetische Geheimdienst ( siehe Textstelle über das 2. Direktorat ) in Form eines präparierten Regenschirms, der mit Giftgas gefüllt war.

Am 15. 09. 1978 stach ein bulgarischer Attentäter die Regenschirmspitze in den Körper Markows. Dabei wurde die Injektion ausgelöst und Markow starb an „Herzversagen“.

Dieser Fall ist nur einer von mehreren, der die Arbeit der kommunistischen Aktivitäten verdeutlicht.

Jetzt möchte ich noch ein paar Zahlen nennen, die das Ausmaß der sowjetischen Agenten - Spionagearbeit verdeutlichen.

Zwar sind die Zahlen recht alt, aber aus wohl verständlichen Gründen sind mir keine neueren Zahlen bekannt, da im allgemeinen über die geheimdienstlichen Tätigkeiten grundsätzlich eine 30 jährige Schweigezeit besteht.

In der Zeit zwischen 1952 und 1960 wurden in der westlichen Welt etwa 18300 sowjetische Agenten entweder verhaftet oder aufgespürt. ( Konnten sich noch absetzen.) Davon alleine in der Bundesrepublik etwa 250.

Von 1952 bis 1962 wurden etwa 50 Diplomaten wegen aufgedeckter Spionagetätigkeit aus sowjetischen Botschaften in der „westlichen Welt“ ausgewiesen.

Auch einige Zahlen über eventuell in den Geheimschulen arbeitenden, in die ehemalige Sowjetunion emigrierten  Ausländer, sind bekannt.

285 Engländer; 1050 Amerikaner; 720 Franzosen; 3120 Deutsche aus der Bundesrepublik; 3975 Italiener.

 

Diese Ausarbeitung basiert auf Berichten ehemaliger kommunistischer Agenten die sich in den Westen abgesetzt hatten.

Alle Angaben, auch über Marianne, sind authentisch.

Ob die Spionageschulen heute noch existieren ist mir nicht bekannt.

Anzeichen und Auswertungen westlicher Geheimdienste schließen es jedoch generell nicht aus.

Das einzige was ich noch weiß und am Anfang habe ich es ja schon einmal erwähnt, eine Spionagetätigkeit, jetzt durch russische Geheimdienste, ist immer noch am Laufen.

  

Ein kleines Lexikon der Spionage

 

Abhören:

Telefon, Fax, Telex , heute auch E-Mail-Nachrichtendienste filtern mit , elektronischen Staubsaugern " Verbindungen aus der Luft.

Und suchen mit einer Wortdatenbank nach bestimmten Stichwörtern.

 Container:

Zum Beispiel diente einmal eine golden glänzende Statue als Versteck für Geheimmaterial.

Die in einer Ausstellung gezeigte Bronze-Venus gehörte Spion Alfred Frenzel, der in den 50er-Jahren als SPD-Bundestagsabgeordneter den Geheimdienst der CSSR über den Aufbau der Bundeswehr und die Integration in die Nato informierte. Die Verhaftung erfolgte 1960.

 Deckname:

Tarnung ist alles.  Selbst Geheimdienstler kennen ihre Kollegen in heimatlichen Zentralen nur unter Decknamen.

Beispiel: Hannsheinz Porst vom Fotoversandhaus – er arbeitete für das das DDR - Ministerium für Staatssicherheit - war der „Photograph“. Sein Angestellter Albert Pilny, trug den Namen „Optik“.

Enigma:

Wer im Zweiten Weltkrieg den Funkverkehr der Deutschen abhören wollte, musste den Code der Verschlüsselungsmaschine, Enigma" knacken.

Das Gerät wurde dauernd weiter entwickelt.

1939 verfügte das aktuellste Modell über 150 Billionen Schlüsselvarianten.

Über 3000 Codebrecher waren jedoch erfolgreich:

Von 1940 an hörten die Alliierten mit.

 Legende:

Geheimdienste schleusten Agenten mit einer falschen Identität, einer ,Legende ", ins Ausland zu Spionagezwecken ein.

Oder schickten sie mit gefälschten Papieren zu konspirativen Treffen.

 Quelle:

Dahinter verbergen sich geheime Informanten.

 

 Der BND setzte in den 1950er-Jahren ein Morseschulungsgerät in Gestalt eines Plattenspielers (Bild) ein.  Statt Musik waren Morseanleitungen zu hören.

 Toter Briefkasten:

Unter Steinen, in hohlen Bäumen oder Mauern verbargen Agenten geheimes 'Material, das ein Kurier abholte und weiterleitete.

 Verschlüsseln:

Schon Cäsar (100-44 V. Chr.) verschlüsselte seine Korrespondenz durch verschieben von Buchstaben.

Die Kunst des Ver- und Entschlüsselns wurde im Laufe der Zeit immer mehr perfektioniert. ( siehe: Enigma )

 

Anlage zu:  Eine Armee ohne Uniform

 

 


3.  

 

Die Historie des ( ehemaligen ) Nachschubbataillon 310

Von Andernach bis Diez

 

( Diese kurze Abhandlung soll nur den Einstieg in das Thema zeigen.

Die ausführliche Chronik ( und die des Transportbataillon 370 ) und die Historie der Nachschubtruppe seit Jahrhunderten auf CD kann gegen einen Kostenbeitrag von 5.- € angefordert werden bei: Franz.Prox@mabuse-dr.de )

 Die historischen Wurzeln der Nachschubtruppe liegen im "Troß" und im "Train". "

Friedrich der Große" sagte schon im Jahre 1775: "Man beschränke sich nicht nur auf die Anschaffung des benötigten Gutes, sondern sinne im voraus auf Mittel und Wege ihres Transportes. Denn wenn der Nachschub fehlt, kann man auch mit der tüchtigsten Armee nichts anfangen."

 

Die eigentliche Geburtsstunde der Nachschubtruppe ist der 21.04.1853, als jedes preußische Armeekorps einen Trainstamm erhielt.

Der Grundstein für die Nachschubtruppe der Bundeswehr wurde am 04.07.56 gelegt, als in Andernach die Quartiermeistertruppenschule aufgestellt wurde.

 

 

Andernach aus der Vogelperspektive

 

Am 02.01.1956 trafen in der Kaserne (  Ur - Truppenschule der Bundeswehr ) die ersten 1000 Freiwilligen ein. Ein Teil von ihnen war als Kaderpersonal für die Aufstellung des "Quartiermeisternachschubbataillons 907, das Vorgängerbataillon des späteren Nachschubbataillon 310, vorgesehen.

 

 

Kaserneneinfahrt

 

Der 20. 01. 1956 war für die ersten Soldaten ein Ehrentag.

Bundeskanzler Konrad Adenauer ( der Alte ) besucht die Kaserne.

 

 

20. 01. 1956 Bundeskanzler Adenauer besucht die ersten Soldaten

 

Ab 05.11.56 - 31.01.57 wurden Teile des Kaderpersonals vom Schützen bis zum Bataillonskommandeur in einem Truppenlehrgang zu Nachschubsoldaten ausgebildet.

In dem folgenden  Aufstellungsbefehl Nr. 41 ( Heer ) vom 27. 12. 1956 ( Auszug ) ist kein Aufstellungstermin genannt.

Das Kaderpersonal musste jedoch nach Beendigung des 3. Truppenlehrgangs bis zum 01. 02. 1957 zum Stab und zu den Kompanien zurück kehren.

Daher gilt der 01. 02. 1957 als das offizielle Aufstellungsdatum.

 

Aufstellungsbefehl für das Quartiermeister-Nachschubbataillon 907:

 

Für die Aufstellung des Quartiermeister-Nachschubbataillons 907 war wohl der Aufstellungsbefehl Nr. 41 (Heer) vom Dezember 1956 maßgebend, in dem es heißt:

 

Der Aufstellungsstab Süd hat aufzustellen:

 

Quartiermeister-Nachschubbataillon ( QmNschBtl ) 907

Personalstärke: 1/ 11 / 23 = 35 + 1 Beamter

Aufstellungsort: Andernach am Rhein

 

- Kaderpersonal:

Ab 05.11.56 zur Quartiermeistertruppenschule zum 3. Truppenlehrgang einberufen.

 

  -     - Unterstellung:

 - Quartiermeisternachschubkompanie ( QumNschKp ) 929 K 1 ( Vpfl.) 

    Stärke: 3 / 13 / 39 = 105

 

-      Quartiermeisternachschubkompanie (QumNschKp) 914 Kl III (Bstf )

-  Stärke: 2 / l0 / 61- = 75

 

-  Quartiermeisterinstandsetzungskompanie ( QumNschKp ) 939 Kl II / IV

   ( Inst - Bekl - Ausr )

-         Stärke: 3 / 19 / 104 = 126

 

 

 

Zeittafel zur Historie des Nachschubbataillon 310

 

01. 07. 1956

Das Vorauspersonal für das QmNschBtl 907 trifft in Andernach ein.

Es ist der QmTrSch unterstellt und besteht aus folgenden Soldaten: OLt Haasch,

OFw Wirth, Fw Hänsch, Fw Hamacher

01. 02. 1957

Major Hensel übernimmt als 1. Kommandeur die Führung des Bataillons, das zunächst nur aus dem Kaderpersonal bestand.

Nach alten militärischen Gepflogenheiten gilt dieser Tag, also der 1. Februar 1957 - auch als Gründungstag.

01. 03. 1957

Die ersten ungedienten Freiwilligen treffen beim Bataillon ein; sie sind die ersten Rekruten, die im Bataillon ihre Grundausbildung erhalten. Zugleich erreicht das Bataillon seine volle Aufstellungsstärke (F-STAN).

27. 02. 1958

Das Bataillon wird von Andernach nach Diez verlegt. Der Stab bezieht das Gebäude in der Sophie - Hedwig - Straße 4 (Oranienstein).

QmNschKp 929 und QmlnstKp 939 werden in der Stadtkaserne( Wilhelm - von - Nassau - Kaserne ) in dem Gebäude an der Wache untergebracht. Die QmNschKp 934 verbleibt in Andernach und betreibt mit einem Zug das Betriebsstofflager in Virneburg. Zugleich wird ein fester Kurierdienst Diez - Andernach - Virneburg eingerichtet.

16. 04. 1958

Die ersten Wehrpflichtigen mit einer Wehrdienstzeit von 12 Monaten treffen beim Btl ein.

Die Ausbildung übernimmt die QmNschKp 929, die zu dieser Zeit von Hptm Golkowski geführt wird. Ausbildungsleiter wird Lt Diedrichs, später General III. Korps. 

01. 04. 1959

Das Bataillons hinsichtlich der Bezeichnung und Gliederung sowie auch der Stärke. Es wird in Materialbataillon 310 umbenannt. Die Aufgaben des Bataillons werden dadurch erweitert.

Die Unterbringung der einzelnen Kompanien bleibt auf verschiedene Standorte verteilt.

01. 07. 1960

Das Bataillon wird in die Freiherr - vom - Stein - Kaserne verlegt ( Stabskompanie; MunKp  311 und 312; BstfKp 313; QmMatKp 314; AusbKp 14/III;  PiMatKp 301 ). 

Dezember 1960

Die schwere Betriebsstofftransportkompanie 317  des Transportbataillons 310 ( später  TrspBtl 370 )  wird zur Transportunterstützung von Zweibrücken  nach Diez verlegt und dem Btl unterstellt.  Im Austausch verlegt die Ausbildungskompanie 14/III  von Diez nach Zweibrücken, Niederauerbach - Kaserne.

Anfang 1962

Die Ausbildungskompanie 14/III verlegt von Zweibrücken nach Daaden, Westerwald.

01. 04. 1962: Das Bataillon wird erneut umgegliedert.

24. 04. 1965

Aus den Händen des Inspekteurs des Heeres, General de Maiziere, übernimmt die Fahnenabordnung des Bataillons die neue Bataillonsfahne. Zu dieser Abordnung gehörten: 0Tl Herberger als Bataillonskommandeur, OFw Hirzbruch als Fahnenträger und zwei Leutnante als Fahnenbegleitoffiziere.

26. 04. 1965

Im Rahmen eines Bataillonsappelles, bei dem alle  Kompanien des Bataillons und ein Musikzug  angetreten sind, wird die Truppenfahne feierlich übernommen. 

01. 01. 1966

Die  Ausbildungskompanie 14/III ( Daaden ) scheidet aus dem Bataillonsverband und wird dem Pionierkommando 3 unterstellt.

01. 02. 1967

Das Bataillon besteht 10 Jahre.

01. 05. 1967

Das Bataillon wird wieder umgegliedert und umbenannt. Die Bezeichnung der Kompanien werden dahin geändert, dass nunmehr die Kompanien von 1 bis 4 durchnummeriert werden. Nur die NschKp ( Mat ) 309 behält ihre Bezeichnung.

Außerdem wird aus dem Personal des Bataillons das Nachschubbataillon 320 mit zwei NschKp'n und eine erheblich gekürzte Stabskompanie - bestehend aus 2 WartTrp, 2 SanTrp, 2 FeldKüTrp und einen Mob - StFw - aufgestellt.

Die Bataillonsführungsgruppe ( Bt1FüGrp ) fehlt. Die Führung dieser Einheiten obliegt dem NschBtl 310. Weiter werden noch etwa 9 Korpsdepots dem Btl unterstellt.

01. 01. 1968

Die NschKp ( Mat ) 309 wird in 5./ NschBtl 310 umbenannt.

Nun unterstehen dem Btl 1./ bis 5./ NschBtl 310 und 1./ bis 3./ NschBtl 320.

Dazu die  5./ BstfTrspKp 390 und die Korpsdepots. 

01. 11. 1968

Die 4./ NschBtl 310 ( Bäckerei- und Schlachtereikompanie ) wird aufgelöst, das Personal auf die Kompanien des Btl verteilt

01. 04. 1969

Die 3./ NschBtl 320 bildet die Rekruten des Btl  aus. 

01. 05. 1969

5./ NschBtl 310 wird in 4./ NschBtl 310 umbenannt.

01. 07. 1971

Die 5./ BstfTrspBtl 390 wird im Rahmen der Umgliederung des Transportbataillons 370 in 5./ BstfTrspBtl 370 umbenannt. Stärke und Ausrüstung  bleiben unverändert.

01. 10. 1971

Das NschBtl 320 wird aufgelöst. Das Personal wird  auf die Einheiten des NschBtl 310 aufgeteilt.  Auch an das, von NschKdo 3 in dieser Zeit aufzustellende  Nachschubausbildungszentrum 300 ( AusbZentr 300 ),  wird Personal abgegeben.

01. 04. 1972

Kdr - Wechsel: OTL Hahn übergibt an OTL Schneider

01. 10. 1972:   Umgliederung des Bataillon

05. 12. 1972:   Ausbildungskompanie 16 / III ( 14 / III ) wird dem Btl unterstellt.

Oktober 1972

Manöver "Bunter Rappe" mit 5. PzDiv Raum Nienburg

 

 

   
   
   
   
   
   
   
   
   

Zeittafel wird fortgesetzt

 

 

 

Es kommt, wie es bei der „neuen“ Bundeswehr kommen muss. Nichts ist so stetig, wie der Wandel, denn was gut war, kommt wieder. Verursacht durch die „reformierte“ Reform wird 2006 das irgend wann einmal aufgestellte Versorgungs- und Ausbildungszentrum 463 ( Oberst Joachim Unruh ) wieder aufgelöst.

Ende Januar 2006 übernahm Oberstleutnant Leopold Trummer, ein "Instandsetzer", diesen Verband.

Aber, mit Beginn des 2. Quartals 2006 werden die Einheiten des VAZ dem Nachschubbataillon 462 unterstellt.

Und dieses Nachschubbataillon, man höre und staune, wird fast wieder so aussehen, wie das „alte“ 310 er Bataillon.

Man beachte aber, das "alte" Bataillonwappen ist nicht untergegangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Die genaue Historie ist auf einer CD "verewigt", die bei mir gegen einen Kostenbeitrag von 5.- € angefordert werden kann.


 

4.

Die Historie des ( ehemaligen ) Transportbataillon 370

Von Andernach bis Diez

 

( Diese kurze Abhandlung soll nur den Einstieg in das eigentliche Thema zeigen.

Die ausführliche Chronik ( und die des Nachschubbataillon 310 ) und die Historie der Nachschubtruppe seit Jahrhunderten auf CD, kann gegen einen Kostenbeitrag von 5.- € angefordert werden bei: Franz.Prox@t-online.de )

 

Die Geschichte des Transportbataillons 370 beginnt, wie auch die des Nachschubbataillon 310, bereits kurz nach der Aufstellung der Bundeswehr 1955.

Beide Verbände kann man als "Brüder - Verbände" bezeichnen, denn ihr "Schicksal", ihre Aufgaben und ihr militärischer Werdegang hingen Zeit ihres Bestehens immer unmittelbar zusammen.

 

Mit der „Grundsätzlichen Weisung Nr. 1 / 56“ vom 11. Januar 1956 wurde vom Bundesministerium der Verteidigung die Aufstellung des Heeres befohlen.  

Im September 1956 ergingen die ersten Einberufungsbescheide an das zukünftige Kaderpersonal für das Quartiermeistertransportbataillon 914.

 

Die Ausbildung des zukünftigen Personals für das Bataillon sollte ab 05. November 1956 in Andernach an der Quartiermeistertruppenschule erfolgen.

Der endgültige  Aufstellungsort für das Bataillon scheint zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt gewesen zu sein.

Erst mit dem Aufstellungsbefehl Nr. 41 ( Heer ) vom 27. Dezember 1956 wurde bekannt, dass der eigentliche Aufstellungsstandort des Quartiermeistertransportbataillons 914 Zweibrücken, Kreuzberg - Kaserne, sein soll.

Ab 02. November 1956 meldeten sich dann das Vorauspersonal und ab 05. November 1956 die ersten Freiwilligen als Kaderpersonal für das Quartiermeistertransportbataillon 914, das spätere Transportbataillon 370 und das Quartiermeisternachschubbataillon 907, das spätere Nachschubbataillon 310 .

Da diese zwei Nachschubverbände die einzigen waren die zu dieser Zeit über Voraus - und Kaderpersonal verfügten, waren das Transportbataillon 370 und das Nachschubbataillon 310 die ältesten Nachschubverbände der Bundeswehr.

Als Kaserne in Andernach diente ein, im zweiten Weltkrieg für die ehemalige deutsche Luftwaffe erbautes Lazarett, durchweg alles gut erhaltene Holzbaracken, die für die Bundeswehr neu eingerichtet wurden.

Der Komfort bestand aus Zentralheizungen in allen Zimmern.

In den Waschräumen und in einigen Einzelzimmern gab es warmes und kaltes Wasser.

Obwohl die Kasernenanlage recht groß war, war der Platz für Außendienste wie  z. B. Sport oder Schießausbildung recht beengt. Besser war es mit den Unterrichtsräumen bestellt.

Ausreichend Platz bot auch der große Speisesaal im Wirtschaftsgebäude.

Für eine gute Küche sorgte damals Oberstabsfeldwebel Best. Eine „Spezialität des Hauses“ war sein „Freitagsmenu a la Best“, bestehend aus Walfischfleisch mit besonderen Gemüsezugaben.

Hausherr und Kasernenkommandant war der Kommandeur der Quartiermeistertruppenschule, Oberst Wehrle. Diese wurde später nach Bremen verlegt. Auch dort war er später noch der Kommandeur.

Ihm unterstand truppendienstlich auch das Quartiermeistertransportbataillon 914.

Während eines so genannten „Truppenlehrgangs“, der bis zum 31. Januar 1957 dauerte, machten die ersten „Transport - und Nachschubsoldaten“, fast ausschließlich Soldaten der alten Wehrmacht, vom Schützen bis zum Bataillonskommandeur ihre Grund - und Spezialausbildung.

Nur die wenigsten der neuen Transport - und Nachschubsoldaten hatte in der „alten“ Wehrmacht etwas mit Versorgung zu tun gehabt.

Sie waren ehemalige Infanteristen, Panzermänner und Reitersoldaten, Artilleristen, Pioniere u. a. m., ein Sammelsurium verschiedenster Truppengattungen, aus denen echte Versorger werden sollten.

Der erste Tag nach der Einberufung war mit Ausfüllen von Personalbögen, Aufteilen in die Hörsäle und der Zuweisung der Unterkunft ausgefüllt.

Am zweiten Tag wurden die zukünftigen Versorger eingekleidet, die Mode war „Mausgrau im Eisenhower - Look“, die Jacke nannte man „Affenjäckchen“ und auf dem Kopf hatte man einen Nylonhelm.

Und dann die Tarnanzüge. Sie machte alle Soldaten gleich, denn die Reibungsgeräusche der Hosenbeine beim Marschieren waren beim Major, als auch beim Schützen gleich laut zu hören.

 

Die Schrank - und Stubenordnung war wie in der alten Wehrmacht; und wie hieß es so schön:

 

„Anzug und Mantel auf die Bügel, Schuh und Stiefel auf den Rost.

Wäsche kantig und ohne Hügel, Geld und Wertsachen hinter`s Schloss.

Bei der Butter keinen Kamm und beim Appell die Meldung stramm.

Dies ist der Spind des Schützen Schramm.“

 

Am dritten oder vierten Tag nach der Ankunft begrüßte der Kommandeur der Quartiermeistertruppenschule, Oberst Wehrle, die Lehrgangsteilnehmer.

Nach seinen Begrüßungsworten gab er einen Überblick über den Lehrgangsablauf und das Lehrgangsziel.

Und dann begann der Lehrgang.

Da es noch keine Bundeswehrausbildungsvorschriften für die „neue“ Nachschubtruppe gab, wurde einfach nach dem bewährten „Wehrmachts - Reibert“ ausgebildet.

Und da saßen sie auf der Schulbank: Männer mit zum Teil ergrautem und auch schon gelichtetem Haar. Sie erlernten Gliederung, Bewaffnung, Ausrüstung und

Aufgaben der Bundeswehr, der Quartiermeistertruppe und des Quartiermeistertransportbataillons.

Dazu kam Sportausbildung, Formaldienst und viele, viele Stunden Geländedienst.

Der Erwerb des Führerscheins der Bundeswehr wurden fast immer nach Dienst im Raume Andernach durchgeführt. Die ersten Kraftfahrzeuge waren LKW 5 t MAN ohne Lenkhilfe mit Stockschaltung.

Sehr interessant und oftmals auch amüsant war die Ausbildung an den amerikanischen Waffen durch amerikanisches Ausbildungspersonal. Hier führte oft die „Methodik der Ausbildung“ durch Ausbilder und Dolmetscher an der Rifle, US - Karabiner M 1 oder der US – Bazooka bei den „alten Hassen“ zum Schmunzeln.

Sehr willkommen waren die vielen praxisbezogenen Erkundungsfahrten die überwiegend in der Eifel stattfanden, brachten sie doch Abwechslung in das Kasernenleben.

Vor allem war es der damalige Major Meffert, bei den Soldaten respekt- und liebevoll „Papa Emil“ oder auch „Old Meff“ genannt, der es immer wieder verstand, die Geländeerkundungen lehrreich durchzuführen.

Das theoretische Fachwissen wurde in den Hörsälen der Kasernenbaracken vermittelt. Dabei war es nicht zu vermeiden, dass zwei nebeneinander liegende Hörsäle zur gleichen Zeit Unterricht hatten.

Das wäre an und für sich nichts besonderes, wenn die Hörsaalleiter mit einer dezenten Stimme unterrichtet hätten.

Aber da sie durchweg ehemalige Wehrmachtssoldaten waren, kam es sehr häufig vor, dass sie die Phonzahl ihrer Stimme nicht drosseln konnten.

Da nach Beendigung des Truppenlehrgangs als Aufstellungsstandort für das Bataillon Zweibrücken vorgesehen war, fanden am 17. November 1956 erste Verhandlungen mit den Amerikanern und der Stadt statt.

Der Rest des Kaderpersonals unter der Führung des Bataillons Kommandeurs, Major Meffert, wurde am 04. Februar 1957 von Andernach nach Zweibrücken verlegt, wo dann die einzelnen Kompanien aufgestellt wurden.

Die Kompanien wurden nach den Assen des Kartenspiels benannt.

1959 erfolgte eine Umgliederung des Heeres.

Als Waffenfarbe bekam sie das traditionelle „blau“ des alten Fuhr - und Trosswesens von 1853.

Aus der Quartiermeistertruppe wurde die Nachschubtruppe.

Infolge der Umgliederung des Heeres wurde am 01. Juni 1960 aus dem Quartiermeistertransportbataillon 914 das Transportbataillon 310.

Auf Grund von Platzmangel in der Kreuzberg - Kaserne für die Vielzahl der Transportkraftfahrzeuge verlegte das Bataillon im Januar 1959 in die Niederauerbach - Kaserne.

Zwar war man hier auch sehr beengt, man musste sich die vorhandenen Unterkunftsgebäude mit französischen Truppen teilen, aber trotzdem konnte man sich ein wenig mehr ausbreiten.

Mit der Aufstellung von neuen Truppenteilen im III. Korps wuchs der Bedarf an Betriebsstoff.

Daher wurde die schwere Betriebsstofftransportkompanie 317 am 01. April 1959 von Zweibrücken nach Diez verlegt und dort dem Materialbataillon 310, dem späteren Nachschubbataillon 310, unterstellt.

Im Mai 1963 musste das Bataillon schon wieder seinen Namen ändern.

Es wurde zum Transportbataillon 370.

 1963 ging die Zeit des Bataillons in Zweibrücken zu Ende.

Am 30. 06. 1963 wurde allen bekannt, dass nach Hermeskeil in den Hochwald verlegt wird.

Ab 01. Juni bis Ende August verlegte das gesamte Bataillon nach Hermeskeil in die Hochwald - Kaserne und hielt dort am 12. September 1963 seinen offiziellen Einmarsch.

Die Aufgeschlossenheit und die Herzlichkeit der Bevölkerung war Gewähr dafür, dass sich alle Soldaten des Bataillons immer in der Garnison Hermeskeil wohl fühlten.

Auf dem Luftbild: Der Block ganz rechts vorne war das Unterkunftsgebäude der Kompanie ( weiße Giebelseite zur Straße hin ) .

Aber Hermeskeil war für das Bataillon nicht der Endstandort.

Den Anfang machte 1974 die 4./ Transportbataillon 370.

Sie musste Hermeskeil verlassen.

 

 

Da die Transportwege zu den Versorgungseinrichtungen und zu den zu versorgenden Truppenteilen einfach zu weit waren, wurde die Kompanie im Juli 1974 nach Diez  in die Freiherr – vom – Stein – Kaserne verlegt.

Somit war das Bataillon getrennt und diese Trennung sollte bis 1993 andauern.

 

Erst im Zuge einer erneuten Umgliederung der Bundeswehr in die Heeresstruktur 5 wurde das Bataillon wieder vereint.

Neuer Standort ab 01. April 1993 für das Bataillon, mit der 1. bis 6. Kompanie wurde die Freiherr - vom - Stein - Kaserne in Diez.

Gleichzeitig mit der Verlegung nach Diez wurde in Montabaur als eine neue Kompanie die 7./ Transportbataillon 370, als Schwerlasttransportkompanie für den Transport von Großgerät, aufgestellt und in Hermeskeil die Nachschubausbildungskompanie 16/III aufgelöst.

Diez war nun mehr der dritte Standort des Bataillons und die Garnisonsstadt war um etwa 500 Soldaten „reicher“.

Durch die Umgliederung des III. Korps, dem das Bataillon bisher unterstellt war, änderte sich das alte Unterstellungsverhältnis.

Das Bataillon und somit auch die Kompanie gehörten ab September 1993 zum Nachschubregiment 5 in Schwalmstadt.

Dann folgten Jahre im normalen „Transport- und Versorgungstrott“ zusätzlich kamen die Einsätze im Ausland, Somalia, Bosnien, Kosovo und auch Afghanistan dazu.

46 Jahre, 4 Monate und 14 Tage war das Bataillon immer da, wenn es gebraucht wurde“.

Am 26. März 2003 traten zum letzten Mal Soldaten der des Bataillons zum Appell an.

Das Bataillon und somit auch alle Kompanien, wurden durch Oberst Hans – Jürgen Sonne, Kommandeur des Logistikregiments 5, dem das Transportbataillon 370 bisher unterstellt war, jedoch offiziell erst am 27. Juni 2003 von seinem Auftrag entbunden.

 

Sein letzter Kommandeur, Oberstleutnant Michael Schuld, „machte die Tür zu“.

 

 


Die genaue Historie ist auf einer CD "verewigt", die bei mir gegen einen Kostenbeitrag von 5.- € angefordert werden kann.

 

 

5.

Hier wird ein Bericht über die:

Die Historie der Nachschubtruppe

folgen ( Leseprobe ).

Die historischen Wurzeln der Transport - und Nachschubtruppe liegen im „Tross“ und im „Train.“

„Friedrich der Große“ sagte schon im Jahre 1775:“

Man beschränke sich nicht nur auf die Anschaffung des benötigten Gutes, sondern sinne im voraus auf Mittel und Wege ihres Transportes.

Denn wenn der Nachschub fehlt, kann man auch mit der tüchtigsten Armee nichts anfangen.“

 

Als die eigentliche Geburtsstunde der Nachschubtruppe ( Fuhr - und Trosswesen ) gilt der 21. April 1853, als jedes preußische Armeekorps einen Trainstamm erhielt.

 


6. Militärische Melder und Kuriere im Wandel der Zeit.

 

 Militärische Kuriere und Melder sind keine Erfindung der Neuzeit nein, sie sind schon so „alt“, wie es militärisch geartete Aktionen und Handlungen gibt.

Schon in der Antike überbrachten Stafettenläufer und Meldereiter Nachrichten von Sieg oder Niederlage, z.B. auf Papyrusrollen oder Wachstafeln.

Bestes Beispiel ist die Schlacht bei Marathon ( 490 v. Chr. ) als der  persischen Großkönigs Dareios I., mit einem Expeditionskorps Athen erobern wollte.

Nach dem sein Heer bei Marathon von den Athenern geschlagen wurde und die Schlacht verloren hatte, wurde der Läufer Pheidippides mit der Siegesmeldung nach Sparta gesandt (Marathonlauf ).

 

Als ein weiteres Beispiel dieses Themas soll die römische Armee des 1. Jahrh. n. Chr. dienen.

Auch hier gab es Meldereiter, die auch als Kundschafter eingesetzt wurden.

Die Aufgaben der Cohortes Equitatae waren, zwischen den einzelnen Truppenteilen die Verbindung aufrecht zu erhalten. Weiterhin mussten sie zwischen den einzelnen Kastellen und Wachtürmen entlang des Limes Kundschafter- und Meldedienste durchführen.

 

Unser heutiges ( modernes ) „Kurier- und Meldewesen“ wurde am 24.November 1740 durch Friedrich dem Großen ins Leben gerufen. Das "Reitende Feldjägercorps" ( aber auch Feldjägerkorps „zu Fuß" ) bestand meist aus jungen Forstleuten, die als Kundschafter, Melder und  Kuriere verwendet wurden. Der „erste Führer“ dieses Corps war der persönliche Jäger Friedrichs d. Gr., Oberjäger Schenk.

Im 19. Jahrhundert wurden der Telegraf und die Fotografie erfunden und im Krieg eingesetzt.

Die Orte des Krieges, das Schlachtfeld, die Zerstörungen, die Waffen waren nun mittels der Fotografien sichtbar.

Trotzdem konnte man immer noch nicht auf Pferd und Reiter verzichten.

Zu unzuverlässig waren die neuen Meldemittel.

Seit dem Ersten Weltkrieg kamen zusätzlich Flugzeuge mit Kameras zum Einsatz.

Zwar waren jetzt die elektronischen Übermittlungs- und Meldemittel verbessert, aber der Mensch war einfach immer noch das zuverlässigere Mittel.

Auch im 2. Weltkrieg bestimmten, trotz der Fortschritte auf dem elektronischen Wege, weiterhin Melder die Übermittlung von Nachrichten und Befehlen zwischen den Truppenteilen.

Vor allem Kradmelder wurden als Kuriere und Erkunder bei den Streitkräften eingesetzt.

Bestes Beispiel für die Wichtigkeit der menschlichen, direkten Melder gilt die Winterschlacht in den Ardennen 1944.

Da die Alliierten in der Lage waren die deutschen Funksprüche zu entschlüsseln, wurden die wichtigsten Befehle auf deutscher Seite nicht wie bisher per Funk, sondern per Kradmelder übermittelt. So konnte der militärische Nachrichtendienst der Alliierten aus den durchaus vorhandenen Einzelbausteinen, die auf eine geplante große Operation der Deutschen hindeuteten ( Berichte von Truppenverlegungen, einzelne Aussagen von Kriegsgefangenen höherer Ränge, abgehörte Funksprüche etc. ), nicht das entsprechende „Gesamtbild“ ableiten und war nicht in der Lage, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

So konnte die 7. Armee, dank ihrer Kradmelder, durchaus Geländegewinne erzielen und die Alliierten in Bedrängnis und an den Rand einer Niederlage bringen. Erwähnt werden muss und es darf nicht vergessen werden, das besonders in Gefechten, die Tätigkeit als ( Krad ) Melder äußerst gefährlich ist, da es für den Gegner sehr effektiv ist, die Verbindungen zwischen den feindlichen Truppenteilen zu unterbinden.

Erst in der heutigen Zeit wird in modernen Gefechtsszenarien wegen der vielfach sehr fortgeschrittenen Kommunikationstechnik ( Digitalfunk ) der Einsatz von Kradmeldern eher die Ausnahme. Aber „ausgestorben“ sind sie nicht.

Motorräder, beim Militär "Krad" ( Kraftrad ) genannt, sind auch heute nicht aus dem Alltag der Truppe wegzudenken. Selbst im Zeitalter von E-Mail, elektronischer Kommunikation und computergestützten Gefechtsszenarien, leistet der Melder, mit einem Krad oder auch zu Fuß, seine Dienste. Denn, unersetzlich ist er eben dann, wenn Funk- und Datenverkehr gestört, unterbrochen oder ausgefallen sind. Deswegen wird auch das „veraltete“ Meldesystem am Leben gehalten.

 

 


 

Prox, Franz,  Oberstabsfeldwebel a. D.            65549 Limburg, März 2014

                                                                 Beethovenstrasse 10

  

Meine Damen, meine Herren.

Der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Admiral Wellershoff, hat wie seine Vorgänger und auch Nachfolger, für die Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr Winterarbeiten der verschiedensten Themenbereiche ausgeschrieben.

Ich hatte mir 1974 das Thema: „Nationalismus als Problem des Ostblocks“ gewählt.

Ich habe (als Preisträger) mit diesem Beitrag einen der vordersten Plätze erreicht.

Neben einem Geldpreis habe ich eine Reise nach Neu Mexiko und Texas gewonnen.

Ich sage das nicht um mich hervor zu tun, sondern um Ihnen zu zeigen wer ich überhaupt bin und woher die Arbeit über „Groß – Russland“ stammt.

Das Quellenverzeichnis und auch das Literaturverzeichnis meiner damaligen Winterarbeit spiegelt sich in der Arbeit über Putin und „sein“ visionäres Handeln wieder.

Diese Art der Arbeit habe ich gewählt, weil sich noch niemand an die Ursache des Putinschen Handelns herangetraut hat. Warum auch immer.

Wenn Sie aber bedenken, dass das, was ich 1974 geschrieben habe jetzt wieder auf der „Tapete“ ist, scheint es wohl an der Zeit zu sein, darüber zu schreiben.

Mit freundlichen Grüßen, Franz Prox.

 

 



Putins „Kampf“ für ein „Groß – Russland“.

Die Kiewer Rus – Katharina die Große – Peter der Große – Stalin - Putin

Ein Land in Flammen?

 

Es gibt „48 Gesetze der Macht“, das Gesetz 9 sagt: „Taten zählen, nicht Argumente“.

Vor allem dieses Gesetz hat sich Putin bedient um, vor allem Europa, zu zeigen, wer „Chef“ in Europa ist.

Meiner Darstellung hier ist nicht der eigentliche Streitfall Krim – Russland, ich will nur erläutern, warum es früher oder später zwangsläufig zu diesem Prozess kommen musste.

Wir reden alle von „den Russen, den Ukrainern, von Putin“ und von wem auch noch immer ohne zu wissen, von wem und von was wir da eigentlich sprechen.

Daher zuerst ein kleiner Ausflug in die Geschichte, um ein wenig Licht in das Dunkle der Länder des Ostens und seiner Menschen, wie z. B. Sergei Prokofjew (Ukraine), Fjodor Dostojewski (Russland) oder Putin (Leningrad: Russland) zu bringen.

Was wir heute „Zentralrussland“ nennen, ist die eigentliche Keimzelle der heutigen Ukraine und Russlands.

Die Kiewer Rus, abstammend von den Wikingern, ein Handels- und Kaufmannsvolk, schuf ein mittelalterliches „Großreich“ mit Zentrum in Kiew, das als Vorläuferstaat der heutigen Länder Russland, Ukraine und Weißrussland gelten kann.

Entstanden ist dieses „erste Großreich“ um 882 n. Chr. Seine Bewohner, so sagt die geschichtliche Forschung, gehörten mehrheitlich zu den ostslawischen Identitäten.

Hier und weiter ostwärts lebten neben den Ostslawen weitere verschiedene rassische Volksgruppen und Stämme, die die „russische Wesenseinheit der Rus“ hatten und diese behielt, auch bis heute,  die Oberhand.

Viele der Häuptlinge der Rus, später die Zaren, oder die Absolutisten und Alleinherrscher, fühlten sich als göttliche „Auserwählte“ des Reiches, als „Messias Russlands“, verfielen in Selbstherrlichkeit und Willkürherrschaft und auch in den Wahn „heilig“ zu handeln.

Absolute Unterjochung und vor allem „Butterbrot und Peitsche“ gegenüber dem Volk waren und  sind bis heute tägliches Brot.

Wer gegenüber dem Autokraten oder dem  Prätendenten für eine Führungsposition aufmuckte und nach Selbstbestimmung rief, verschwand einfach in der Verbannung. (Alexander Solschenizyn: Archipel Gulag).

Dem russischen Volk wird oft und sehr gern ein Hang zur Melancholie und Schwermut nachgesagt. Man spricht dann auch von der „russischen Seele“.

Aber diese Aussage stammt einfach aus der eigenen Geschichte und das ist tatsächlich so, denn die Menschen mussten im Laufe der Zeit soviel durch ihre Führer erdulden, dass sie einfach ein eine, „warum muss ich so leiden“, Selbstbemitleidung  verfielen und heute noch verfallen.

Ihre Führer nutzten bis in unsere Tage diese Neigung geschickt als Führungsmittel aus.

Sie benutzen diese Beeinflussbarkeit zur Aufhetzung gegen anders Denkende, einem Hin zum „Entstehen lassen von aggressiven Stimmungen“, zur Steuerung von Gewalttätigkeit, selbst gegen die eigenen Mitmenschen und einem Hang das eigene Schicksal anderen in die „Schuhe“ zu schieben.

Hoch geschrieben wird die Unfreiheit und die Leibeigenschaft seit Entstehen „Russlands“ unter den Rus (920 n. Chr. ff), geht weiter über „Katharina der Großen“ bis in die „Neue Zeit“ unter Stalin und seinen Nachfolgern.

Beispiele für Könner dieser Art von Beeinflussung und Behinderungen von Menschen die nicht für die Zentralgewalt sind gibt es viele, aber absolute  „Spezialisten“ dafür waren in neuerer Zeit die so genannten „Selbstverteidigungskräfte“ auf der Krim. Diese „Kräfte“ (SPETNAZ – Truppen) werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Ost – Ukraine zum Einsatz kommen, es ist nur eine Frage der Zeit.

Zu dieser Beeinflussung gehören seit Jahrhunderten gezielte Falschaussagen und mitläufig provokative Handlungen, wie Überfälle unter einem Deckmantel oder Behinderungen diplomatisch agierender Menschen.

Ich habe schon mehrfach angedeutet, dass das heutige Russland (mit seinen slawisch – russischen Führern) besonders ausgeprägten, nur ihnen eigen seienden, eigenwilligen Besonderheiten und Neigungen unterliegt.

Diese möchte ich jetzt genauer erläutern.

Seit ca. 1094 Jahren ist das Reich der Rus immer noch vorhanden, es ist in jeder Art nur moderner geworden.

Geändert hat sich in der slawisch geprägten Mentalität bisher nicht, dass „Rus-sen“ in ihrem Kulturverständnis friedlich auf andere Nationalitäten                 zugehen.

Hier wird nach dem Grundsatz gehandelt: „Du Finne, Pole, Tscheche egal, ich Russe, ich auserwählt.“

Ein Wort zur Einhaltung von völkerrechtlichen Verträgen.

Fest steht, das sagt die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte, dass eingegangene Verträge durch die slawisch geprägte Kamarilla immer wieder gebrochen wurden und werden, wenn es den jeweiligen Oligarchen oder „sich selbst Erwählt fühlenden“ gefällt  und in die jeweilige Situation passt.

Wir restlichen Europäer meinen, durch Sanktionen, Anklage und Missachtung können wir Russland strafen. Das ist eine Irrmeinung. Slawen sind trotzig und handeln immer nach dem Leitsatz: „Dann eben nicht. Warten wir ab, die Anderen vergessen schnell“. Der Plan für eine Rückkehr zum „russischen Großreich“ (Sowjetunion: 1917 - 1991) unter „Putin dem Großen“ ist nicht aufgehoben, nur aufgeschoben.

Ob die Doktrin des Kommunismus vergangener Jahre oder „Quasi Demokratie“ unter Putin, das Ergebnis bleibt, ist auf jeden Fall immer das Gleiche. Provokationen unter dem Deckmantel „Bedrohung“ von russischen Bevölkerungsteilen sind immer ein Grund, ein kleines militärisches Vakuum durch „Masse Soldat“ gegen Schwächere einzusetzen.

Nach dem Motto „Ich“ als führender Chef der Zentralmacht bestimme immer was das Recht gegen über anderen ist.

So im November 1968, als die Breschnew-Doktrin vom damaligen sowjetischen Parteichef Leonid Breschnew als Reaktion auf die polnische Freiheitsbestrebungen verkündet wurde. Sie ging von einer „beschränkten Souveränität“ der sozialistischen Staaten aus und leitete daraus das Recht ab, einzugreifen, wenn in einem dieser Staaten der Sozialismus bedroht würde. Dabei lautete die Hauptthese: „Die Souveränität der einzelnen Staaten findet ihre Grenze an den Interessen der sozialistischen Gemeinschaft.“

Nehmen wir dazu die jüngsten Ereignisse auf und um die Krim.

Hier leitete wieder ein (demokratischer) Kommunist das Recht ab militärisch einzugreifen weil angeblich, die russische Souveränität in Gefahr sein sollte.

Diesen Vorgang kann man auch die Putinsche Salamitaktik – Doktrin nennen.

Und Putin weiß genau wie die kommunistische Salamitaktik und die programmatische Festlegung dazu zu handhaben ist.

Sein Motto, „es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben“ und: „Wo man nicht zusammen kommen kann, bekommt man den Knüppel auf die Rübe“

Heute die Krim, morgen Weißrussland, übermorgen Lettland, usw – usw,

am Schluss die ganze Ukraine. Nicht Heute, nicht Morgen, aber bestimmt Übermorgen; und der Deutsche sagt sinngemäß in Umfragen:„Ist doch in Ordnung was der Russe macht“.

Der Bundesbürger erkennt nicht den Wolf im Schafsfell“.

Er versteht in keiner Weise die Gefahr, wenn Putin das Problem Ukraine – Krim erledigt hat., kann er vielleicht in einem zweiten Schritt zuerst die Ost – Ukraine und später die ganze Ukraine annektieren, genauso wie das Hitler mit seinen Nazi - Helfern mit der "Rest-Tschechei" getan hat - München lässt also schon mal grüßen.

Putin ist Meister im: Zwei Schritte vor und bei Widerstand ein Schritt zurück.

Und wenn man genau seine „Taten“ analysiert ist er wie Odysseus im Bauch des Trojanischen Pferdes.

Gelernt hat das Putin von der alten Sowjetunion. Sie ist diesen Weg des "Hilfeersuchens" von „Unterdrückten, Unfreien Völkerschaften und angeblich Unterprivilegierten“ ja auch immer wieder gegangen, in der DDR genauso wie in Ungarn, der CSSR und in Polen.

Insofern ist Putin seiner kommunistischen Ausbildung und seiner slawisch geprägten  Abstammung bis heute sehr treu und ursprünglich geblieben

Heute wie damals wird die völkerrechtliche Souveränität einfach missachtet und es wird unter fadenscheinig vorgeschobenen Gründen in die Krim einmarschiert.

Der Jubel der so "befreiten Volksgenossen" war einst Hitler genauso sicher, wie er heute  Putin sicher ist.

Und was macht der freiheitliche Westen? Er wird das brutale Vorgehen  Putins, wenn auch mit elementarer Protesten, diesem mehr oder weniger genauso nachsehen,  wie es einst die Engländer oder auch die Franzosen  Hitler nachgesehen haben.

Putin sieht sich in der direkten Nachfolge von, Großfürst Iwan IV., Katharina der Großen, Peter der Große oder auch  Zar Nikolaus.

Sie alle lebten in dem Gedanken: Wir formen ein russisches Großreich.

Somit musste er einfach die Krim „vereinnahmen“, um ein neuer „Häuptling der slawischen Rus“, ein „Putin der Große“ zu werden.

Noch ein Wort zur slawisch – russischen inneren Denkart.

Ich habe schon erwähnt, dass die Russen von den Wikingern abstammen.

Der Name „Wikinger“ stammt wahrscheinlich vom altnordischen Wort „vikingr“. Das bedeutet Gefolgsmann, aber auch Räuber und Pirat.

Räuber und Piraten haben geplündert und erobert.

Die Geschichte lehrt, dass Räuber und Piraten in ihrem Wesen bestimmte Eigenheiten zeigen, die die Slawen und dann die späteren Nachfolger, bis in die heutige Zeit fortsetzen.

Sie sind grausam (Archipel Gulag), gewalttätig (Stalin), brutal und Menschen verachtend (jeweilige Nomenklatura), willkürlich (Iwan der Furchteinflössende).

Weitere Charakteristiken sind sehr oft brutal, mal schwermütig aber auch mal gutmütig, verschlagen, mit einem Hang zur Unterdrückung von Minderheiten.

An die Einhaltung von eingegangenen Verträgen fühlt sich der Russe nur so lange gebunden, wie ihm die Einhaltung für eigene Zwecke nutzt.

Ist für den Russen kein Nutzen mehr sichtbar, bricht er den Vertrag rücksichtslos. Jüngstes Beispiel ist der Einmarsch in die Krim, der den „Nachbarschaft- und Freundschaftsvertrag von 1997“ (erneuert 2010) diktatorisch gebrochen hat.

Groß ist jedoch ihre Angst, ihre Souveränität zu verlieren.

Gemein ist jedoch allen „Rus“, dass sie als Volk Butterbrot und Peitsche brauchen um bestehen zu können. Wenn man ihnen sagt, das Vorgehen gegen andere nutzt Russland, ist das Handeln und sei es zehnmal Völkerrechtswidrig, immer sanktioniert.

Putin hat 2006 einmal gesagt:

"Die Russen kommen hier nicht mit Kalaschnikow und mit Panzern her, sondern Russland bringt das Geld mit."

Ja, sein Ausspruch stimmt, aber leider nur umgekehrt, zumindest auf der Krim.

Unser „Putin“ wird irgend wann einmal gehen, ein neuer „Schaffer des russischen Großreiches“ steht aber schon vor der Tür.

Denn seine Vision von einem slawischen „Groß – Russland“ a`la Sowjetunion wird nicht aufgehen, sie wird zerplatzen wie ein zu viel aufgeblasener Luftballon.

 

 

Oberstabsfeldwebel a. D. Franz Prox

Beethovenstrasse 10

65549 Limburg

März 2014

 

 

 

 

 

Russland

Geht es nach Russlands nationalistischem Vize-Premier Rogosin, war die Krim erst der Auftakt:

Es sei ein knappes Vierteljahrhundert nach dem Zerfall der Sowjetunion Zeit, die Teile einzusammeln", twitterte Rogosin gestern.

Anlass seiner Mitteilung war der 24.Jahrestag einer "Souveränitätserklärung" des damals sowjetischen Russlands.

Auch Kremlchef Putin werden Bestrebungen nachgesagt, das Rad der Geschichte zurückdrehen zu wollen.

Er bezeichnete den Zerfall der Sowjetunion einst als "größte geopolitische Katastrophe" des 20,Jahrhunderts. "afp

 

(Nassauische Neu Presse vom 13. 06. 2014)

 

 

Bemerkung zu dieser Lage: Es ist doch erstaunlich, wie sich dieser Ausspruch Rogosins, (den er nur mit einer Genehmigung Putins ausgesprochen haben kann), mit dem Inhalt meiner Abhandlung deckt.

Mein Aufsatz ist doch viel früher geschrieben worden, als Rogosin seine Darstellung von einem „Großreich Russlands“ ausgesprochen hat.

Wann begreift eigentlich unsere Presse und auch die Politik, dass Putin ein „Wolf im Schafspelz“ ist.

(Können sie nicht begreifen, haben viel zu viel „Schiss in der Hose“).

 


 

Stand: 08 / 14